Wien. Alte Bekannte wie Stare, Welse und Grasfrösche sowie kaum geläufige Wesen wie Barockesel, Tigerschnegel und Skorpionsfliegen finden sich unter den Arten des Jahres 2018. Naturschutzorganisationen und Wissenschafter küren vor Jahreswechsel Lebewesen zur "Natur des Jahres", um auf ihre besondere Schutzbedürftigkeit hinzuweisen und unbekannte Arten in das Rampenlicht zu rücken.

Zum "Tier des Jahres" ernannte der Naturschutzbund Österreich den Igel. Er ist in der Dämmerung und Nacht aktiv und verschläft die kalte Jahreszeit, für die er sich einen formidablen Fettpolster anfressen muss, um zu überleben. Seine Nahrung sind Regenwürmer, Schnecken, Raupen, Käfer und Eier sowie Jungtiere bodenbrütender Vögel. Bei Gefahr rollen sich Igel zu einem Stachelball zusammen. Sie werden im Schnitt vier Jahre alt, allerdings ist die Sterblichkeit beim ersten Winterschlaf hoch. Hauptfeind ist der Straßenverkehr. Der Igel gilt hierzulande vor allem als gefährdet, weil seine Lebensräume schwinden. Die Bestände unterstützen könne man laut Naturschutzbund mit einem "nicht allzu penibel aufgeräumten Garten mit Unterschlupfmöglichkeiten".

Stare sind gefährdet

Obwohl man ihn immer noch in großen Scharen sieht, haben die Bestände des Stars in den vergangenen paar Jahren um die Hälfte abgenommen. Er wurde von BirdLife Österreich und dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) zum "Vogel des Jahres" gekürt. Aus der Entfernung ist er recht unscheinbar, bei näherer Betrachtung sieht man allerdings sein Gefieder prächtig metallisch glänzen. Er kommt in Städten genauso wie auf dem Land vor, doch geeignete Lebensräume mit Brutmöglichkeiten und passender Nahrung sind vor allem durch die intensive Landwirtschaft im Schwinden. Außerdem wird er vor allem von den Winzern alles andere geschätzt, weil er sich gerne vor ihnen an die Lese der Weinbeeren macht. Dabei galt er noch Anfang des 20. Jahrhunderts als wichtiger Vertilger landwirtschaftlicher Schädlinge.

"FISCH des Jahres" darf sich der größte Wasserbewohner Österreichs als Auserwählter des Österreichischen Fischereiverbands, des Bundesamts für Wasserwirtschaft und des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei nennen. Der Wels lebt tief in der Dunkelheit von Seen oder langsam fließender Gewässern und versteckt sich zudem gerne hinter Baumstämmen, im Wurzelwerk, in Höhlen und Spalten. Der bis zu drei Meter große Räuber hört und riecht ausgezeichnet, dafür sind seine Augen vergleichsweise winzig. Mit seinen Barteln lockt er Beute an, und wenn sie nahe genug ist, reißt er sein riesiges Maul auf, wodurch der Sog seine Opfer in ebendieses befördert. Dies können Fische sein, Würmer, Schnecken, Insekten, Krebse, Frösche, aber auch Ratten, Mäuse und Vögel, die ins Wasser gelangt sind. Außer Anglern hat er keine natürlichen Feinde und zählt oft bis zu 80 Jahren. Seine Bestände sind noch stabil, doch es fehlt ihm wie vielen anderen Fischen an seichten, bewachsenen Uferstellen zum Ablaichen. Deswegen wird er als gefährdet eingestuft.