Cambridge/Wien. (gral) Ungefähr 400.000 Jahre lang war das Universum nach dem Big Bang in Dunkelheit gehüllt. Es gab weder Sterne noch Galaxien. Der Raum war vorrangig mit Wasserstoffgas gefüllt. Dieses Element im ursprünglichen Universum konnten Forscher des Massachusetts Institute of Technology und der Arizona State University nun mit einer kleinen Radioantenne als schwaches Signal auffangen, wie sie im Fachblatt "Nature" berichten. Sie haben die Spuren des Signals weit zurückverfolgt. Es stammt aus der Zeit 180 Millionen Jahre nach dem Urknall. Bei diesem Nachweis von Wasserstoff handelt es sich um den frühesten jemals beobachteten.

Damit zeitgleich waren demnach auch die ersten Sterne entstanden, erklärt der Astronom Judd Bowman in der Publikation. Diese brachten erstmals Licht ins Dunkel. Sie sendeten ultraviolette Strahlung aus, die mit dem umgebenden Wasserstoffgas eine Reaktion hervorbrachte. Daraufhin begannen die Wasserstoffatome, die seit dem Urknall vorhandene Hintergrundstrahlung aufzunehmen. Diese Vorgänge haben die Forscher nun in Form von Radiowellen eingefangen.

Ein weiteres Detail wurde nun deutlich: So soll es im All zweimal kälter gewesen sein, als Forscher bisher dachten - nämlich rund minus 270 Grad Celsius.