Costakolibris - auch Veilchenkopfelfen genannt. - © UC Riverside
Costakolibris - auch Veilchenkopfelfen genannt. - © UC Riverside

Groningen/Riverside. Einige Vogelarten stürzen sich mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe. Die Ziele solch rasanter Flugmanöver können gänzlich unterschiedlich sein: Wanderfalken etwa erwischen dank ihrer extrem schnellen Sturzflüge auch Beutevögel wie Stare, deren Flugmanöver eigentlich unberechenbar ist. Costakolibris hingegen werben im Flug um Weibchen. Sie erzeugen dazu beim Herabstoßen mit ihren Schwanzfedern einen hohen Ton und spreizen ihre Federn gezielt so, dass der Flugsound optimal beim Weibchen ankommt.

Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass die pfeilschnellen Wanderfalken ähnliche Manöver ausführen wie menschengemachte Lenkflugkörper. Die Forscher von der Universität Groningen (Niederlande) nutzten in ihrer jetzt im Fachblatt "Plos Computational Biology" vorgestellten Untersuchung Computermodelle, in denen sie zum einen die Flugbahnen des Falken variierten, zum anderen das Flugverhalten der Stare. Sie konnten im Geradeausflug, mit sanften oder unberechenbaren Manövern, wie häufigen und schnellen Richtungswechseln, fliegen.

Weibchen beeindrucken

Der Auswertung zufolge zahlen sich die riskanten Sturzflüge mit einem Tempo von mehr als 360 Stundenkilometern besonders dann aus, wenn die Stare die Falken bereits bemerkt haben und eigentlich unberechenbare Ausweichmanöver ausführen.

Auch viele Kolibris rasen teils mit hoher Geschwindigkeit durch die Luft, allerdings eher, um anzugeben. Die Männchen versuchen damit in der Paarungszeit, die Weibchen zu beeindrucken. Costakolibris, auch Veilchenkopfelfen genannt, erzeugen dabei Töne mit einer Frequenz von mehreren 1000 Hertz, und zwar hauptsächlich mit Hilfe ihrer Schwanzfedern. Die Forscher von der University of California in Riverside hatten bei der Beobachtung der waghalsigen Manöver festgestellt, dass die Kolibrimännchen dem Weibchen dabei weit weniger nahekommen als das bei verwandten Arten der Fall ist - nämlich nur auf fünf Meter statt auf einen halben oder einen Meter. Höhere Töne signalisierten höhere Geschwindigkeiten, die die Weibchen bevorzugen, schreiben sie im Fachblatt "Cell Press".