Peking. (gral) Ob Schmetterlinge oder Käfer - die heute lebenden Insekten erstrahlen häufig in den leuchtendsten Farben. Doch wie haben die frühen Exemplare vor rund 200 Millionen Jahren ausgesehen? Forschern aus China, Deutschland und Großbritannien ist es nun gelungen, die wahre Farbgebung fossiler Insekten auszumachen, wie sie im Fachblatt "Science Advances" berichten.

Schuppen Voraussetzung

Eine Vielzahl an Tieren und Pflanzen haben im Laufe ihrer Entwicklung Strukturfarben ausgebildet. Spezielle Strukturen im Gefieder oder anderen Oberflächenbeschaffenheiten erlauben durch den Einfall von Licht eine schillernde Farbenpracht. Die Erscheinung spielt auf mehreren Ebenen eine wichtige Rolle: Um auf das andere Geschlecht zu wirken, zu warnen oder zu tarnen.

Für ihre Studie widmeten sich die Forscher um Bo Wang vom Nanjing Institute of Geology and Palaeontology drei Jahre lang mehr als 500 fossilen Schmetterlingsarten. Nur bei sechs Exemplaren, die vor rund 200 Millionen Jahren lebten, waren auch noch die Schuppen vorhanden, die Voraussetzung für die Berechnung der Farben sind. Die sechs Schmetterlingsexemplare wären in einem hellen Gelbbraun in Erscheinung getreten, mit einem metallischen, seifenblasenartigen Schimmer, berichten die Wissenschafter.

"Koloration ist die Basis für Kommunikationsstrategien", betont Bo Wang in der Publikation. "Wenn wir mehr über die Farben früherer Insekten oder anderer Tiere wissen, erhalten wir wesentlich mehr Information über ihre Ökologie."