Wien. Vor 66 Millionen Jahren schlug ein Asteroid in die Erde ein. Die Folgen waren dramatisch: 75 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten, darunter die Dinosaurier, starben aus. Am Einschlagsort im heutigen Golf von Mexiko kehrte das Leben überraschend schnell - und rascher als sonst wo - zurück. Bereits nach 30.000 Jahren gab es dort wieder ein blühendes Ökosystem, berichten Forscher im Fachblatt "Nature".

Der Chicxulub-Krater

Das Team unter der Leitung der Universität Texas in Austin konnte anhand von Mikrofossilien, den Überresten einzelliger Organismen wie Algen und Plankton sowie Spuren in den Bohrkernen die Rückeroberung des Kraters durch Lebewesen belegen. Dabei zeigte sich, dass bereits zwei bis drei Jahre nach dem Einschlag wieder erstes Leben im Krater auftrat. 30.000 Jahre nach dem Impakt gab es dort reichhaltiges Phytoplankton, das eine artenreiche Gemeinschaft von Lebewesen ermöglichte. Die winzigen Fossilien sind für die Wissenschafter nicht nur ein allgemeiner Hinweis auf die Bewohnbarkeit der Umwelt rund um den Einschlagsort. Ihre schnelle Rückkehr lege auch nahe, dass bereits kurz nach dem Einschlag auch andere Lebensformen im Krater leben konnten.

Entsprechende Bohrungen waren im Chicxulub-Meteoritenkrater durchgeführt worden. Beteiligt waren auch Forscher des Naturhistorischen Museums Wien.