Warum also nicht auch ein Megalodon?

Weil, und auch das ist eine bittere Nachricht für die megalodontophile Gemeinde, dem Fisch in den Ozeanen der Gegenwart die Nahrung fehlt. Bissspuren an Skeletten von kleineren Urzeit-Walen zeigen, was der Megalodon als Nahrung bevorzugte, nämlich Piscobalaenae, einen Zwergbartenwal. Im Zuge der Klimaveränderungen der Erde, die es ja nicht erst heute gibt, sind die kleinen Bartenwale ausgestorben. Den um die verbleibende adäquate Beute entstehenden Konkurrenzkampf mit den Zahnwalen hat der Megalodon verloren. Die im Verhältnis zu ihm kleineren Raubwale wie Delphine und Orcas dürften sich nicht als Beute geeignet haben - die nämlich hätten sich nicht nur zur Wehr gesetzt, sie sind dem riesigen Megalodon wohl auch in Sachen Wendigkeit überlegen.

Neue Räume

Immerhin jedoch: Die entfernten Verwandten des Megalodon, etwa der Weiße Hai, der Mako und der Heringshai, leben - noch. Das "noch" bedarf der Betonung, denn der Mensch tut im Moment alles, um den Haibestand zu gefährden. Der Hai jedoch, der in den Meeren an der Spitze der Nahrungskette steht, ist das große Korrektiv des Ozeans. Sterben die Haie aus, stirbt das Meer. Doch selbst dieses - noch - lebendige Meer scheint heute keinen Platz mehr zu haben für seinen früheren Herrscher. Der Megalodon aber ist auf dem besten Weg, sich neue Räume zu erschließen: In Büchern und Filmen und in Geschichten, die sich die menschliche Fantasie ausdenkt.

Und doch: Da ist auch noch der Quastenflosser . . .