Der illegale Handel mit Jungtieren, die auf den beiden indonesischen Inseln Java und Bali als Haustiere beliebt sind, ist eine große Bedrohung für das Überleben der Art. Pro Jahr werden im indonesischen Teil Borneos bis zu 1200 Tiere der Wildnis entnommen. Außerdem haben Holzeinschlag und die Umwandlung von Regenwald in Ackerland und Ölpalmenplantagen in den letzten 30 Jahren dazu geführt, dass die Orang-Utans 80 Prozent ihres Lebensraumes verloren haben.

In Indien begegnen die Bewohner Mumbais immer öfter Leoparden. Die Ausweitung der Stadt und der Verlust ihres Lebensraumes durch Ackerbau und Viehzucht bringt die großen Raubkatzen dazu, ihre Streifzüge gezwungenermaßen in die Millionenmetropole zu verlegen. Organisationen wie zum Beispiel die "Wildlife Conservation Society" arbeiten seit Jahren daran, das Konfliktpotenzial zu minimieren und sowohl Menschen als auch Leoparden zu schützen – mit Erfolg, wie die Ökologin Vidya Athreya vor wenigen Monaten beim Internationalen Tierschutzgipfel in Wien erzählte. Denn es könne nur miteinander gehen, Biodiversität sei der Kernpunkt einer lebensfähigen Erde im Gleichgewicht.

Bei derselben Veranstaltung sprach Paul Waldau, Professor am Canisius College in Buffalo, New York, und an der Schnittstelle von Tierwissenschaft, Recht, Ethik, Religion und Kulturwissenschaft tätig, von einer "essentiellen Verbindung von Menschen und anderen Tieren". Der Mensch habe vergessen, dass seine nicht-menschlichen Mitbewohner das gleiche Recht auf Leben auf diesem Planeten haben wie er selbst. Er betonte, dass der Mensch primär und rein biologisch ein Säugetier, ein Primate und ein Wirbeltier sei, ein Mitglied einer tierischen Spezies unter vielen anderen. Deshalb dürfe weder die menschliche Lebensrealität noch die aller anderen Spezies negiert werden. Ein Anspruch, der zweifellos unsere Ethik und unsere moralischen Grundsätze herausfordert und endlich ein massives Umdenken im Umgang mit Fauna und Flora in Gang bringen sollte…