Cambridge. Eine neuartige, künstliche Hand aus dem 3D-Drucker kann simple Melodien auf dem Klavier spielen. Die dem menschlichen Skelett nachempfundenen Finger gleiten zwar noch nicht so virtuos über die Tastatur wie die eines Pianisten, das Weihnachtslied "Jingle Bells" beherrschen sie aber schon recht gut.

Forscher der Universität Cambridge um Josie Hughes stellten die neue Hand in der Fachzeitschrift "Science Robotics" vor. Ihre Entwicklung sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu geschickten und anpassungsfähigen künstlichen Händen.

Das Besondere: Die künstliche Hand selbst hat keinen Motor und kann ihre Finger daher nicht aktiv bewegen. Stattdessen sitzt die passive Skeletthand auf einem Roboterarm, der die Finger über eine Art künstliches Handgelenk in die richtige Position auf dem Klavier bringt. Die Hand besteht sowohl aus festen als auch aus weichen Materialien. Sie imitieren Knochen und Bänder - allerdings keine Muskeln. "Wir wollten sehen, wie viel Beweglichkeit wir mit Mechanik allein erreichen können", sagte Hughes laut einer Mitteilung.

Auch nach 50 Jahren Forschung seien Hände von Robotern bei vielen Aufgaben noch ungeschickter als die von Kleinkindern, schreiben die Wissenschafter. Ihre Erkenntnisse könnten dabei helfen, Prothesen oder Arbeitsroboter zu entwickeln.