Wien. (est) Den Mond zum grünen Himmelskörper zu machen dürfte schwierig werden, selbst wenn der Blaue Planet das All noch so gerne kolonisieren würde. Schon das erste Baumwollpflänzchen überlebte nur wenige Tage auf dem Trabanten, berichtet die in Peking erscheinende Tageszeitung "GBTimes". Vor wenigen Tagen sei es in einer eisigen Mondnacht erfroren.

Am dritten Jänner war der chinesischen Sonde "Chang’e 4" die erste Landung auf der Rückseite des Mondes gelungen. Die Sonde soll unberührtes Terrain erforschen und Experimente machen, darunter solche zum Wachstum von Pflanzen und Tieren im Hinblick auf eine künftige Mondbasis.

Keimlinge in einer anderen Welt

Zu diesem Zweck hat "Chang’e 4" ein Photosynthese-fähiges Labor mit den Samen von Baumwolle, Raps, Hefe, der Ackerschmalwand und Kartoffeln, Erde, Sauerstoff und den Eiern von Fruchtfliegen an Bord. Es soll Daten zu Wachstum und Entwicklung von Lebewesen in einer fremden, lebensfeindlichen kosmischen Umgebung liefern. Das Labor nahm kurz nach der Landung der Sonde im Von-Kármán-Krater seine Arbeit auf.

Im Vergleich zur Erde hat der Mond eine geringe Schwerkraft und hohe Strahlung. Aufgrund seiner langsamen Rotation und dünnen Gashülle gibt es große Temperaturunterschiede - tagsüber durchschnittlich 130, nachts etwa minus 160 Grad Celsius.

Die Baumwollsamen kamen laut Bericht zunächst gut mit den verschärften Bedingungen zurecht. Sie waren die ersten Pflänzchen, die je in einer anderen Welt entsprossen sind. Da das Labor jedoch keine batteriebetriebene Heizung besitzt, erfroren sie nachts bei minus 52 Grad, erklärte Studienleiter Liu Hanlong vor Journalisten. Das Experiment hätte 212,75 Stunden gedauert, die toten Pflanzen würden im abgedichteten Labor verrotten. Über die restlichen Mond-Samen hielt sich Chinas Raumfahrtbehörde vorerst bedeckt.