Das Auto sucht sich einen Parkplatz und parkt alleine ein. Die Fahrzeit lässt sich für andere Dinge nutzen. Im Stau muss man sich nicht konzentrieren, weil es einem alles abnimmt. Vorteile wie diese sieht die Bevölkerung in einer Umfrage von Boston Consulting Österreich in selbstfahrenden Autos. Die Kombination von hoher Flexibilität und der Möglichkeit, die Zeit im Fahrzeug sinnvoll zu nutzen, mache diese Mobilitätsform attraktiv.

Freiheit und Flexibilität

Gerade aus diesem Grund sehen die Schweizer Forscher die Gefahr der Mehrbelastung auf den Straßen. Der fahrerlose Wagen erscheine in der Simulation als dermaßen attraktiv, dass selbst Öffi-Fahrer zum Umstieg auf den automatisierten Individualverkehr verlockt werden könnten, warnen sie. "Der Besitz von Privatfahrzeugen wird sich nur dann reduzieren, wenn selbstfahrende Fahrzeuge privat nicht erworben werden können", sagt Axhausen. Er und seine Kollegen legen Behörden deshalb nahe, die Einführung selbstfahrender Autos "regulatorisch zu begleiten".

Würden autonome Fahrzeuge nur im Öffi- oder Taxiverkehr eingesetzt werden, ergäbe sich ein anderes Bild. Dann ist laut den Forschern mit einem Rückgang des motorisierten Individualverkehrs zu rechnen.

Mit dem Bus und der Bahn

In einem ersten Szenario wurde das bestehende Verkehrssystem mit einer Flotte an selbstfahrenden Taxis ergänzt. In der Simulation mit 150.000 Agenten, was zehn Prozent der Zürcher Verkehrsteilnehmenden entspricht, erreichte der "automatisierte öffentliche Verkehr" mit selbstfahrenden Bussen, Bahnen und Taxis einen Anteil von über 60 Prozent am Gesamtverkehr. Gleichzeitig sank der motorisierte Individualverkehr von 44 auf 29 Prozent.

Axhausens Team experimentierte mit unterschiedlichen Flottengrößen. "Wenn die Flotte zu klein ist, wird der Service unattraktiv", erklärt der Studienleiter. "Wenn sie zu groß ist, wird er zu teuer und verliert ebenfalls an Attraktivität." Der Idealzustand lag bei einer Flotte von 3000 automatisierten Taxis. Dann seien Angebot und Nachfrage in einer Balance, die Ticket-Preise von einem Viertel der heutigen ermögliche.

Die Zürcher Studie beansprucht für sich "weltweit einzigartig" zu sein. Man habe eine Simulation entwickelt, die Angebot und Nachfrage berücksichtige ebenso wie persönliche Präferenzen der Nutzer. Als Basis diente eine Befragung von 359 Personen im Kanton Zürich zu ihrem potenziellen Mobilitätsverhalten. Sie gaben an, unter welchen Umständen sie bereit wären, auf automatisierte, geteilte Transportmittel umzusteigen.