Bukarest/Wien. In Rumäniens Hauptstadt Bukarest erinnert jetzt ein Denkmal an den österreichischen Raketenpionier Conrad Haas. Der Unternehmensberater und Publizist Alexandru Todericiu hat das von ihm mitfinanzierte Kunstwerk zu Ehren des um 1509 bei Wien geborenen Erfinders enthüllt.

Haas hat bereits im 16. Jahrhundert erste Mehrstufenraketen mit Deltaflügeln entworfen. Das von Mihai Rusen geschaffene Denkmal ist ein Flachrelief aus zusammengeschweißtem Gusseisen und ist von Haas' Manuskript inspiriert.

Pionier des Mondflugs

"Conrad Haas war ein genialer Mechaniker", erklärte Todericiu seine Faszination für Haas. "Leonardo Da Vinci war ein genialer Zeichner, aber keine seiner Zeichnungen hat mechanisch funktioniert. Conrad Haas war ein schlechter Zeichner, aber seine Ideen waren einwandfrei", sagte er. Haas habe viele der in seiner Freizeit entstandenen Entwürfe getestet und sei so auch auf die Idee der Deltaflügel gekommen, die verhindern, dass Raketen durch den eigenen Antrieb Feuer fangen. Der Pionier habe auch über Flüge zum Mond und zurück nachgedacht und darum Skizzen von zusammengebundenen Raketen angefertigt - für die Hin- und Rückreise.

Der Erfinder sei damals vom Kaiser beauftragt worden, in Herrmannstadt in Siebenbürgen, dem heutigen Sibiu, versteckte Waffenarsenale gegen die Osmanen anzulegen. 1963 sei Doru Todericiu, Vater des Mäzen Alexandru Todericiu, dort auf Haas' Aufzeichnungen zur Raketentechnik gestoßen. Diese seien dann im Verlag der Rumänischen Akademie der Wissenschaften erschienen, weswegen die Skulptur auch im Hof der Akademie zu finden ist. (apa)