Vor 50 Jahren betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin den Mond. Acht Jahre davor, 1961, hatte Jury Gargarin als erster Mensch die Erde umkreist. Seitdem gab es 300 bemannte Raummissionen. "Als Kind verstand ich nicht wirklich, was bei der Mondlandung vor sich ging", berichtete der Planetologe Georg Kargl vor rund 600 Zusehern zum Thema "50 Jahre Mondlandung" bei der 67. AmPuls-Veranstaltung des Wissenschaftsfonds und der "Wiener Zeitung" diese Woche. "Da hüpften Männer in sehr schlechter Bildqualität auf und ab und die Erwachsenen waren furchtbar aufgeregt", blickte er zurück. Später sollte dem Geophysiker und Planetologen des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Graz klar werden: "Es war eine gigantische Leistung."

Planetologe Günther Kargl: "In 50 Jahren werden wir eine dauerhaft besetzte Forschungs station auf dem Mond unterhalten." - © Christine Miess/FWF
Planetologe Günther Kargl: "In 50 Jahren werden wir eine dauerhaft besetzte Forschungs station auf dem Mond unterhalten." - © Christine Miess/FWF

Sieben Jahre, nachdem US-Präsident John F. Kennedy verkündet hatte, auf dem Mond landen zu wollen, war das Vorhaben schon umgesetzt. "Man zeigte, wie schnell man etwas an der Grenze des Machbaren durchziehen kann, wenn der politische Wille gegeben ist", räumte Kargl ein: "Dabei ist die Rechnerleistung in heutigen Smartphones ein Vielfaches dessen, was damals Computer konnten." Es folgte das goldene Zeitalter der Raumfahrt mit Missionen zu Mars, Venus und Titan und der Erkundung des Sonnensystems. Mit der Internationalen Raumstation (ISS) hat die Menschheit heute einen Außenposten im All und sich daran gewöhnt, einen eine Tonne schweren Rover zum Mars bringen zu können.

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Eine Fähre zum Mond

Und nun? Nach dem Wunsch von US-Präsident Donald Trump sollen 2024 die ersten Astronauten auf den Mond zurückkehren. Die Nasa konzentriert sich auf den Bau neuer Raketen, Weltraumkapseln und Landefahrzeuge, das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX testet eine Schwerlastrakete. "Derzeit ist eine Tonne das Gewichtigste, das wir auf dem Mars absetzen können. Es gibt keine Fallschirme, mit denen man größere Lasten sanft ablegen könnte. 20 Tonnen mit fünf Astronauten existieren nur im Film", erläuterte Kargl. Einige Schlüsseltechnologien würden fehlen: "Selbst auf dem Mond könnten wir nicht an einer bestimmten Stelle punktgenau landen."

"Austronaut" Franz Viehböck: "Ich glaube nicht, dass wir schon in den kommenden Jahren am Mars sein werden. Aber ich denke, dass ich es erleben werde." - © Christine Miess/FWF
"Austronaut" Franz Viehböck: "Ich glaube nicht, dass wir schon in den kommenden Jahren am Mars sein werden. Aber ich denke, dass ich es erleben werde." - © Christine Miess/FWF

Der bisher einzige Österreicher mit universeller Erfahrung ist Franz Viehböck. Er arbeitete als Assistent an der Technischen Universität Wien, als eine Stelle für einen Kosmonauten für das österreichisch-russische Weltraumprojekt Austromir ausgeschrieben wurde. Am 2. Oktober 1991 startete er ins All. Viehböck gab Einblicke, wofür sich Raumfahrer rüsten müssen. "Bevor man in eine Rakete einsteigt, muss man wissen, wie ein Raumschiff aufgebaut ist und wie man es navigiert. Man muss die Himmelsmechanik intensiv verstehen, die Geräte betreiben und reparieren können."