Michel Mayor und Didier Queloz von der Universität Genf erhielten am Dienstagabend in Stockholm den Nobelpreis für Physik, weil sie 1995 den ersten Planeten um einen anderen Stern nachweisen konnten. Es folgte die Entdeckung tausender weiterer Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Nach elf Jahren der Vorbereitung sollen zahlreiche Exoplaneten, die um andere Sterne kreisen, im Detail untersucht werden.

Am 17. Dezember um 9.54 Uhr Mitteleuropäischer Zeit soll laut Plan eine Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana abheben, um die Sonde "Cheops" in eine Erdumlaufbahn zu bringen. Die Mission wird von der Europäischen Weltraumagentur ESA und der Schweiz gemeinsam geleitet. Es ist die erste Weltraummission, deren Ziel es ist, Exoplaneten zu charakterisieren. Mit an Bord sind auch Know-how und Technik aus Österreich.

"Cheops", kurz für "CHaracterizing ExOPlanets Satellite", ist kein Planetenjäger, sondern vielmehr ein Planeten-Versteher. Er soll keine neuen Himmelskörper entdecken, sondern bereits bekannte genauer erforschen. Die Sonde wurde unter der Leitung der Universität Bern von einem internationalen Konsortium entwickelt und gebaut. In 800 Kilometern Höhe soll sie für eine Dauer von dreieinhalb Jahren 500 helle Sterne beobachten und deren Planeten unter die Lupe nehmen.

"Cheops" wiegt insgesamt 200 Kilo. Das Teleskop selbst hat einen Durchmesser von 30 Zentimetern. Es soll Planeten im Größenbereich zwischen Erde und Neptun ("Supererden"), aber Gasriesen in Jupiter-Dimension messen und versuchen, die Bestandteile ihrer Atmosphären zu bestimmen. Das Ziel ist, Transits zu beobachten, also das Vorbeiziehen des Planeten vor seinem Stern. Die winzige Helligkeitsänderung bei diesen Mini-Sonnenfinsternissen ist nämlich von der Oberfläche des Planeten abhängig. Aus hochpräzisen Messungen mit Hilfe von speziellen Lichtsensoren kann man den Durchmesser des Exoplaneten ableiten. In Kombination mit Daten aus früheren Beobachtungen zur Planetenmasse will das Team mehr über die Dichte und somit die Beschaffenheit der Himmelskörper erfahren. So könne sich klären, ob es sich um Gas- oder von Ozeanen bedeckte Planeten handelt.

Der Direktor des Instituts für Weltraumforschung (IWF) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Graz, Wolfgang Baumjohann, erwartet sich von "Cheops" "wesentliche Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung von Planeten".