Österreich ist über mehrere Institute in die Mission eingebunden: Die Weltraumfirma RUAG Space Austria zeichnet in Kooperation mit dem IWF für die Stromversorgung der Instrumentenelektronik verantwortlich. Das Institut für Astrophysik der Universität Wien lieferte die Programme zur Übertragung und Verarbeitung der wissenschaftlichen Daten. "Die von uns entwickelte Software ist eines der komplexesten und leistungsfähigsten Systeme zur Instrumentensteuerung, die die Europäische Weltraumagentur ESA jemals eingesetzt hat", erklärt Franz Kerschbaum von der Universität Wien.

Technik und Know-how aus Österreich mit an Bord

Das IWF wiederum hat einen von zwei Bordrechnern auf "Cheops" entwickelt und gefertigt, der den gesamten Datenverkehr abwickeln und zusätzlich die thermische Kontrolle des Teleskops übernehmen soll. "Dabei kam es vor allem darauf an, dass die Datenverarbeitungseinheit die notwendige Rechenleistung und Speicherkapazität zur Verfügung stellt und dennoch wenig Energie verbraucht", erklärt Manfred Steller, der Leiter der Gruppe "Bordcomputer".

Außerdem war das IWF an der Software-Entwicklung beteiligt und ist im "Cheops-Board" und im wissenschaftlichen Team vertreten: Dieses nimmt vor allem jene Exoplaneten unter die Lupe, "die wir kennen und für besonders interessant halten", erklärt Luca Fossati vom IWF. Fossati ist Mitglied im rund 30-köpfigen "Science Team" und leitet gemeinsam mit Yann Alibert von der Uni Bern ein Teilprojekt, bei dem man sich auf "Supererden" konzentriert. Gerade diese Gruppe zeige eine erstaunliche Diversität in ihrer bisher bekannten Beschaffenheit, die die Forscher besser verstehen wollen. Auch einen weniger wissenschaftlichen Österreich-Bezug gibt es: Am Teleskop sind Miniaturen von knapp 3000 Kinderzeichnungen angebracht, 77 kommen von Kindern aus Österreich.

Auch der Kleinsatellit "OPS-SAT" nützt die Transportmöglichkeit in die Erdumlaufbahn. Der von der ESA bei der Technischen Universität (TU) Graz in Auftrag gegebene Kleinsatellit ist so etwas wie ein fliegendes Test-Labor für Satellitenkontrolle, mit dem Software getestet wird und Störquellen im Weltraumfunk gefunden werden können.

Kontrollsysteme für Raumfahrtmissionen

Kontrollsysteme für Raumfahrtmissionen realitätsnah auszuprobieren, ist ein schwieriges Unterfangen: Niemand möchte mit einem vorhandenen, wertvollen Satelliten ein Risiko eingehen, schilderte Otto Koudelka, Leiter des Instituts für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation der TU Graz. Das Ergebnis: "Derzeit finden bei Weltraummissionen noch Kommunikationsstandards aus den 1990er Jahren Anwendung. Die strahlungssicheren und daher teuren Prozessoren in der Weltraumtechnik hinken ihren terrestrischen Pendants etwa zehn Jahre hinterher", erklärt Koudelka. Mit dem Nanosatelliten sollen nun endlich Tests für neue Weltraumtechnologien unter realitätsnahen Bedingungen im orbitalen Flug durchgeführt werden können. Ziel der OPS-SAT-Mission insgesamt sei es, neue leistungsfähige Prozessoren, Funkempfänger und Weltraum-Software risikoarm zu prüfen.

All dies ist Grund genug für die ÖAW und die für die Raumfahrt zuständige Forschungsförderungsgesellschaft FFG, anlässlich des Starts am 17. Dezember an das Weltrauminstitut in Graz und in den Festsaal der Akademie in Wien zu laden, wo auch Experten über die Mission informieren. Der Start kann auch im Internet live mitverfolgt werden. (apa/est)