Sie machen Krach, singen und lachen, erleichtern Kindern den Spracherwerb, geben Übungen vor, reden zurück, ermöglichen es, mit Freunden über Distanzen zu kommunizieren, und lassen sich mit dem Smartphone steuern. Die Rede ist von internetfähigen Walkie-Talkies, Robotern und Karaoke-Maschinen, die Kindern Spaß machen und es ihnen ermöglichen, persönliche Gruppen aufzubauen. Scheinbar. Denn es kann fies kommen. Die Geräte weisen schwere Sicherheitsmängel auf.

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Kinder laufen Gefahr, von fremden Menschen angesprochen zu werden, und zwar nicht auf offener Straße, sondern über ihr Spielzeug. Das berichtet die Londoner Konsumentenschutz-Gruppe Which? auf ihrer Website. Diese Woche hat der Verein mit 1,3 Millionen Mitgliedern eine Studie zu interaktiven Kinder-Spielzeugen herausgebracht.

Lauschen beim Karaoke-Singen

Which? berichtet von Sicherheitslücken und fehlenden -standards in smarten Geräten in Rosa, Hellblau und Bunt, die im Weihnachtsgeschäft Millionen bringen. Die technische Analyse hat der angelsächsische Sicherheitsspezialist NCC durchgeführt. Die Konsumentenschutz-Gruppe fordert, dass die Hersteller die mangelhaften Erzeugnisse aus dem Handel nimmt.

KidiGear, ein Set aus zwei Walkie-Talkies mit LCD-Bildschirmen, mit denen sich Nachrichten und Emojis verschicken, Spiele spielen und Stimmen verzerren lassen, erlaubt es laut den Autoren jedermann, aus Entfernungen von bis zu 200 Metern ein Gespräch mit dem Kind zu beginnen. Das Kind hört dann unerwartet eine fremde Stimme aus dem Off. Hersteller Vtech mit Sitz in Hongkong bewirbt die weit über Bluetooth hinausgehende Reichweite. Mit dem schnurlosen Karaoke-Mikrofon der Firma Xpassion/Tenva des US-Konzerns Amazon und dem mit Bluetooth verbundene Produkt SMK250PP der Singing Machine Company aus Miami lassen sich Familienabende in Hauskonzerte verwandeln. Da die Nutzung frei zugänglich ist, lassen die Geräte aber auch jeden Menschen an sich heran, der gar nicht mitsingt. Fremde könnten Kinder mit suggestiven Botschaften anlocken, etwa: "Kommt heraus, ich habe Süßigkeiten." Da beide Geräte sich mit dem Smartphone verbinden lassen, steht auch die restliche Haustechnik ein bisschen im Freien. "Man könnte im Internet Waren bestellen oder persönliche Daten vom Laptop klauen", schreiben die Autoren von "Which?".

"Bloxels lässt digitale Spielwelten Wirklichkeit werden." So bewirbt der US-Konzern Mattel ein innovatives Produkt, mit dem Kinder ab acht Jahren eigene Videospiele erstellen können. Ihm fehlt ein Filter gegen offensive Sprache oder explizite Fotos. Gleiches gilt für den Roboterball "Sphero Mini", der sich per Handy-App steuern lässt. Im Leben spielt man damit etwa ferngesteuertes Minigolf und in der erweiterten Wirklichkeit auf dem Bildschirm kann der Kugelroboter sogar jedes Hindernis überwinden. Auch "Boxer Robot", ein Roboter-Auto mit Lautsprecher, das Mobilität auf Rädern selbst erlernt, lässt sich knacken.