Die Raumkapsel "Starliner" ist nach ihrem gescheiterten Testflug zur Internationalen Raumstation ISS wieder zur Erde zurückgekehrt. Wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte, landete die Kapsel Sonntagfrüh (Ortszeit) erfolgreich auf der Testanlage White Sands im US-Bundesstaat New Mexico.

Das Fluggerät hatte nicht die richtige Richtung eingeschlagen. Die Landung im US-Bundesstaat New Mexiko sei für 13.57 Uhr (MEZ) geplant, teilten die US-Raumfahrtbehörde NASA und das Luftfahrtunternehmen Boeing mit.

Nach dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Pazifischen Ozean soll das unbemannte Raumschiff von Fallschirmen abgebremst werden, um dann auf riesigen Luftkissen auf der NASA-Testanlage  zu landen. Eine Atlas-V-Rakete mit dem von Boeing entwickelten "Starliner" an Bord war am Freitag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida abgehoben. 25 Stunden später sollte die Raumkapsel an der Internationalen Raumstation ISS andocken.

Kurz nach dem Start teilten Boeing und die NASA jedoch mit, die Raumkapsel habe nicht den richtigen Kurs zur ISS eingeschlagen. Sie werde die Raumstation daher nicht erreichen. Nach NASA-Angaben führte eine "Anomalie" an der Borduhr zu dem Problem. Weil die Bordinformatik suggeriert habe, dass der Flug bereits in einem späteren Stadium sei, als tatsächlich der Fall war, habe die Kapsel mehr Treibstoff verbraucht als geplant.

Ein Dummy an Bord

Boeing hatte die Raumkapsel für bemannte Raummissionen der NASA entwickelt. An Bord des "Starliner" war bei dem Testflug aber nur ein Dummy, also eine mit Sensoren versehene Puppe, mit der die Flugbedingungen für echte Menschen getestet werden. Der gescheiterte Test ist ein Rückschlag für die Bemühungen der USA, bei bemannten Raumfahrtmissionen von russischen Sojus-Raketen unabhängig zu werden.

Die NASA hatte 2011 ihr eigenes Shuttle-Programm nach drei Jahrzehnten eingestellt. Später wurde ein Strategiewechsel eingeleitet: Statt selbst neue Raumtransporter zu entwickeln, wurde beschlossen, Privatunternehmen dafür anzuheuern. Boeing wie auch sein Konkurrent SpaceX erhielten in der Folge Milliardenbeträge, um bemannte Raumfähren zu entwickeln. SpaceX hatte im März mit seiner Raumfähre "CrewDragon" einen erfolgreichen Testflug zur ISS absolviert. An Bord war damals ebenfalls ein Dummy. (apa)