Russland erwägt den Bau einer neuen Station im Weltall. Sie könnte die in die Jahre gekommene Internationale Raumstation ISS ersetzen. Mit den Arbeiten sollte sofort begonnen werden, sagte der Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Dmitri Rogosin, dem Radiosender der Boulevardzeitung "Komsomolskaja Prawda".

"Russland war schon immer führend beim Bau von Raumstationen." Nun müssten die Fragen geklärt werden, ob sie national oder international betrieben werde und ob auch Weltraumtouristen sie besuchen könnten.

Die ISS ist seit mehr als 20 Jahren im All

Die ISS befindet sich seit mehr als 20 Jahren im All. Bis 2024 stehen die Pläne der Amerikaner und Russen für das milliardenschwere Projekt. Eine Verlängerung der Mission bis 2030 wird seit langem diskutiert. Dabei geht es auch um die Frage, ob der technische Zustand eine Verlängerung überhaupt zulässt.

Rogosin sagte dazu: "Wie lange wird es sie noch geben? Sieben, vielleicht zehn Jahre." Bei einzelnen Strukturen und Modulen gebe es bereits "Ermüdungserscheinungen". In der Raumstation rund 400 Kilometer über der Erde leben derzeit drei Raumfahrer.

China will im Juli Sonde zum Mars schicken

China will in wenigen Wochen seine eigene Mars-Mission starten und eine Sonde zum Roten Planeten schicken. Das Projekt laufe wie geplant und der Start sei für Juli vorgesehen, erklärte das mit der Mission beauftragte Unternehmen CASC am Sonntag.

Bei der Mars-Mission "Tianwen" soll eine Sonde auf eine Umlaufbahn um den Mars gebracht werden, ein Landegerät soll auf der Mars-Oberfläche aufsetzen und sie untersuchen. Die Reise der Sonde zum Mars wird wegen der großen Entfernung von rund 55 Millionen Kilometern mehrere Monate dauern.

Die Volksrepublik will auch in der Raumfahrt eine Großmacht werden. Unter anderem will sie 2022 eine eigene Raumstation namens "Tiangong" (Himmelspalast) im All in Betrieb nehmen und in etwa zehn Jahren erstmals einen chinesischen Raumfahrer auf den Mond schicken sowie dort eine dauerhafte Station errichten.

(apa/dpa)