Warum sollten Außerirdische so viel anders sein als wir Menschen? Die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht so gering, dass es sich um ressourcenabbauende, lebensraumzerstörende Lebewesen mit Solaranlagen, Satelliten und sichtbaren, vor allem aber messbaren , Auswirkungen auf ihren Planeten handelt.

Und genau diese Annahme sorgte nun dafür, dass die US-Raumfahrtbehörde NASA zum ersten Mal seit 30 Jahren wieder Geld in Projekte zur Suche nach außerirdischem Leben investiert. Genau 286.926 US-Dollar über einen Zeitraum von zwei Jahren erhalten die Astrophysiker des Harvard-Smithsonian Center und der University of Rochester um sogenannte "Technosignaturen" und damit Beweise für Intelligenz an anderen Orten als der Erde aufzuspüren. Wenn fortgeschrittene Lebensformen existieren, werden sie Elektronik verwenden und das bedeutet Emissionen, die erkannt werden könnten. "Technosignaturen beziehen sich auf Spuren fortschrittlicher außerirdischer Technologien, die denen ähneln oder vielleicht ausgefeilter sind als die, die wir besitzen", so Avi Loeb, Vorsitzender der Abteilung für Astronomie der Harvard University.

Zwei Jahre Forschung

"Solche Zeichen könnten industrielle Verschmutzung von Atmosphären, Lichtverschmutzung durch Stadtlichter, Photovoltaikzellen, Megastrukturen oder Satellitenschwärmen umfassen."

Innerhalb von zwei Jahren wollen die Wissenschafter nun den Weltraum nach Technosignaturen absuchen und so versuchen, Anzeichen für Leben zu finden. Dieser Ansatz bedeutet eine Abkehr von der bisherigen Vorgehensweise, bei der nicht nach "Technologiesignaturen" sondern nach "Biosignaturen" gesucht wurde. Erst kürzlich berichtete die Wiener Zeitung, dass ein britisches Forscherteam aus Astrobiologen davon ausgeht, dass alleine in unserer eigenen Galaxie - der Milchstraße -es bis zu 36 "aktive kommunizierende intelligente Zivilisationen" geben könnte.

"Die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) hat bislang stets mit der Herausforderung zu kämpfen gehabt, dass man nicht weiß, wo man suchen soll. Auf welchen Stern muss man das Teleskop richten und auf Signale warten? Nun wissen wir wohin wir schauen müssen, es gibt tausende Exoplaneten. Das Spiel hat sich somit verändert", so Adam Frank, Professor an der University of Rochester.

Die Suche nach Technosignaturen ist aus Sicht der Wissenschafter einfacher als das Aufspüren von Lebensformen. So absorbieren Sonnenkollektoren das Licht bis zu einer bestimmten Wellenlänge und reflektieren den Rest. Dies führt zu einer spektralen Kante in ihrem reflektierten Licht, die sich von der von der Vegetation erzeugten" roten spektralen Kante "unterscheidet. Wenn man das von der Oberfläche eines Planeten reflektierte Sternenlicht beobachtet, soll sich feststellen lassen, ob dieser mit Sonnenkollektoren beschichtet ist.

Eine ebenfalls interessante Facette bei der Suche nach Leben stellen Satelliten dar. Wenn man bedenkt, dass derzeit knapp 2.700 Satelliten um die Erde kreisen .- zusätzlich noch bis zu 20.000 Objekte, viele davon funktionsuntüchtig, im All herumfliegen, kann sich vorstellen, dass das Auffinden solcher Flugobjekte in fernen Galaxien schneller Erfolge und neue Erkenntnisse bringen könnte. in zwei Jahren wird man schon mehr wissen.