Ein Brauner Zwerg - ein Mittelding zwischen Stern und Planet - ist äußerst schwer zu entdecken. Nun haben Astronominnen gleich vier Braune Zwerge aufgespürt. Das berichten sie im Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society". Braune Zwerge sind seltsame Himmelskörper: zu schwer für einen Planeten, zu massearm für eine Kernfusion, wie sie in Sternen abläuft. Deshalb leuchten sie auch nicht hell, was eine Entdeckung schwierig macht.

Bisher wurden etwa 4.000 bis 5.000 Braune Zwerge entdeckt, der erste im Jahr 1995. Die meisten konnten dabei bloß indirekt nachgewiesen werden, nur bei 40 Braunen Zwergen gelang ein direkter Nachweis, wie die Universität Bern am Donnerstag mitteilte.

Bei einer Himmelsdurchmusterung mit dem Instrument "SPHERE", ein Very Large Telescope (VLT), in Chile gelang es, dem internationalen Forschungsteam nun mit einer innovativen Methode, auf einen Schlag vier Braune Zwerge direkt zu fotografieren. Die Forschenden um Clémence Fontanive vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern und Mariangela Bonavita von der britischen Open University richteten den Blick gezielt auf 25 zuvor sorgfältig ausgewählte Sternsysteme. So stiessen sie neben den vier Braunen Zwergen auf sechs weitere stellare Begleiter: einen Weißen Zwerg sowie fünf massearme Sterne.

Künftig, so hoffen die Forschenden, ließen sich mit der neuen Suchmethode womöglich auch riesige Exoplaneten aufspüren. (apa/sda)