Der neue Wettersatellit "Meteosat Third Generation Imager-1" (MTG-I1) ist am Dienstagabend an Bord einer Ariane-5-Trägerrakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guyana ins All gestartet.

Die Raumsonden der neuen Generation sollen in den nächsten zwei Jahrzehnten aus einer geostationären Umlaufbahn verbesserte Daten für Wetterprognosen liefern. Sie sollen Unwetter schneller erkennen und vorhersagen, um rechtzeitig warnen zu können. Mit an Bord ist Technik aus Österreich.

Für die dritte Generation der Meteosat-Wettersatelliten - insgesamt sind von dieser Serie sechs geplant - sind die Europäische Weltraumorganisation ESA und die Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (Eumetsat) verantwortlich. Gefertigt wurde MTG-I1 von einem Konsortium aus über 100 europäischen Unternehmen unter der Leitung von Thales Alenia Space. Aus Österreich liefert die Wiener Weltraumfirma Beyond Gravity Austria Mechanismen, Elektronik und Thermalisolation für alle sechs MTG-Satelliten.

Von schneller verfügbaren Bildern mit höherer Auflösung wird ein erheblicher Fortschritt für die Vorhersage von sich schnell entwickelnden Unwetterereignissen erwartet. Dazu dienen unter anderem zwei neue Instrumente: Der "Flexible Combined Imager" erzeugt alle zehn Minuten Bilder von Europa und Afrika, der "Lightning Imager" kartiert kontinuierlich Blitze zwischen Wolken und von Wolken zum Boden. "Wenn wir in Zukunft die Abendnachrichten einschalten, wird die Wettervorhersage noch zuverlässiger und die Satellitenbilder noch genauer sein", erklärt Beyond Gravity Austria-Chef Manfred Sust in einer Aussendung. Um die Daten des neuen Satelliten zu interpretieren, werden Meteorologen aus ganz Europa vom Europäischen Unwetterforschungsinstitut ESSL in Wiener Neustadt (NÖ) trainiert.