Intelligente Technologien für nachhaltige Gesellschaften und autarke Energieversorgung von Gemeinden durch erneuerbare Energien. Auch in Japan wird nun über Alternativen zur Atomkraft nachgedacht. - © Messe Berlin
Intelligente Technologien für nachhaltige Gesellschaften und autarke Energieversorgung von Gemeinden durch erneuerbare Energien. Auch in Japan wird nun über Alternativen zur Atomkraft nachgedacht. - © Messe Berlin

Die Auswirkungen der Umweltkatastrophe in Japan in diesem Frühjahr sind für die Bevölkerung immer noch spürbar. Fukushima und die Umgebung rund um das zerstörte Atomkraftwerk werden vielleicht nie wieder bewohnbar sein. Die unglaubliche Zerstörung und die vielen Toten nach den Tsunamis haben in Japan einen Umdenkprozess in Gang gesetzt, der auf einen drastischen Wandel im Energieverbrauch und eine neue Form von digitalem Leben hinausläuft.

Im Leben gibt es zum Glück immer wieder auch positive Überraschungen. Meist dann wenn man nicht unbedingt damit rechnet. Genau dies passierte auf der diesjährigen IFA. Die weltgrößte Elektronikmesse stand im vergangenen Jahr im Zeichen folgender Punkte: 3D-Fernsehen, Green IT, Tablets und Android. Heuer waren die Themen 3D-Fernsehen ohne Brille, Tablets, Android und Apps. Green IT fehlte. Das Marketingthema der letzten Jahre war allenfalls auf ein paar Messeständen versteckt aufzufinden. Kein Wunder. Bislang ging es bei dieser Thematik meist nur um Einsparungen und CSR-Projekte mit eher wenig nachhalitgem Erfolg.

Die nächste Herausforderung für Japan
Doch Themen, die nicht lautstark angekündigt werden, können dann doch eindrucksvoll auftauchen. So geschehen bei der internationalen Keynote von Masaaki Osumi, CEO von Toshiba. Das Thema seiner Eröffnungsrede lautete "Eine neue Symbiose zwischen digitalem Wohnen & Energie" und war nicht mehr und nicht weniger als die Ankündigung, dass Japan nach neuen Mitteln und Wegen für alternative Energieformen, neue Städteplanungskonzepte und intelligentere Technologien forschen werde.

"Nach der Katastrophe vom 11. März hat Japan eine neue Mission: ein besseres Leben aufzubauen. Dazu kann Toshiba beisteuern, mit seiner Vision einer neuen Symbiose zwischen digitalem Wohnen und Energie", so Osumi. Toshiba der Weltmarktführer in der Nukleargeschäft, scheint nun am gesellschaftlichen Wandel in Japan teilnehmen und diesen auch vorantreiben zu wollen.

Eine Symbiose
"Japan muss den Wert von Energie wiedererlernen", so Osumi bei seiner Keynote. "Wir werden neue Wege beschreiten und zeigen wie in Zukunft mit dem Thema Energie umgegangen werden muss. Die Welt schaut auf Japan und wir wollen die Zukunft gestalten." Zum ersten Mal seit langer Zeit schien es, dass ein CEO eines IT-Unternehmens ernsthaft über Energieverschwendung und den notwendigen Wandel in der Gesellschaft nachgedacht hat. "DIe Energie der Zukunft muss flexibel, erneuerbar und lokal sein. In Japan gibt es einen Wertewandel und einen Wunsch nach Veränderung."