Nach mehr als zwei Flugtagen hat eine russische Sojus-Kapsel  an die Internationale Raumstation angedockt. Sie transportierte zwei russische Kosmonauten und einen US-Astronauten zur ISS in rund 350 Kilometern Höhe.

Die dreiköpfige Verstärkung sollte ursprünglich schon im September zur ISS reisen. Nach dem Absturz eines unbemannten Raumfrachters im August war der Flug aber verschoben worden. Russland ist nach dem Aus für die US-Shuttles das einzige Land, das bemannte Flüge zur ISS organisiert.

Die Sojus habe nach ihrem rund 49-stündigem Flug neun Minuten früher als geplant angedockt, teilte die Flugleitzentrale bei Moskau mit. Nach Öffnung der Luken wurden Anton Schkaplerow, Anatoli Iwanischin und Daniel Burbank von der bisherigen Besatzung begrüßt. Die Neuankömmlinge waren am Montag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollen bis Mitte März 2012 auf der ISS bleiben. Dort befinden sich seit 161 Tagen der US-Amerikaner Mike Fossum sowie der Russe Sergej Wolkow und Satoshi Furukawa aus Japan. Sie sollen am 22. November zur Erde zurückkehren.

Nach dem Andocken am ISS-Modul Poisk (Suche) übernahm US-Astronaut Burbank formell das Kommando auf der ISS. Seine beiden russischen Kollegen sind zum ersten Mal im All. Die Crew soll in den nächsten Tagen auch versuchen, den erwarteten Absturz der fehlgeleiteten Marsmond-Sonde Phobos-Grunt zu berechnen. Der Apparat mit 7,5 Tonnen Treibstoff und radioaktivem Kobalt an Bord kreist seit einer Woche um die Erde, nachdem das Zünden der Triebwerke versagt hatte. Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat weiterhin keinen Funkkontakt zu der 120 Millionen Euro teuren Raumsonde und geht von einem Absturz Anfang Dezember aus.

Der nächste bemannte Flug zur ISS ist für den 21. Dezember von Baikonur aus geplant. Zuvor will Russland am 28. November drei Satelliten für sein Navigationssystem Glonass ins All schießen.