Die Idee, das Bewusstsein mit einer Maschine zu verbinden, stößt an Grenzen. In diesem Gedankenexperiment stimmen die im Gehirn vorgestellte Realität und tatsächliche Realität nicht überein. - © wikimedia
Die Idee, das Bewusstsein mit einer Maschine zu verbinden, stößt an Grenzen. In diesem Gedankenexperiment stimmen die im Gehirn vorgestellte Realität und tatsächliche Realität nicht überein. - © wikimedia

Berlin/Wien. (apa/dpa) Eine Maschine mit dem eigenen Geist ausstatten: Für manche Menschen wäre das die Erfüllung eines Traumes, für andere reiner Unsinn. Im nächste Woche anlaufenden Science-Fiction-Thriller "Transcendence" spielt Johnny Depp einen Wissenschafter, der bei einem Anschlag schwer verletzt wird. Seine Ehefrau entscheidet, sein Gehirn mit einem Computersystem zu verbinden und die Informationen auf einen Rechner zu übertragen.

Kann man ein solches Thema als reine Science Fiction abtun? Bisher "nach ganz überwiegender Meinung ja", wie Christopher
Coenen vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sagt. Die Vorstellung, das menschliche Bewusstsein von einem Körper zu lösen, gibt es aber schon seit Jahrzehnten. "Das ist eine Kernidee des Transhumanismus", sagt Coenen. Diese Bewegung um den US-Wissenschafter Ray Kurzweil habe sich seit den 1970er/80er Jahren formiert, die Idee sei schon in den 1920er Jahren entwickelt worden. Das Stichwort lautet "Mind Uploading", das bedeutet: den menschlichen Geist wie Daten auf eine Festplatte hochladen. Dahintersteckt auch die uralte Idee, sich unsterblich zu machen.

Der Transhumanismus hat einige finanzkräftige Anhänger


Welchen Stellenwert diese Bewegung des Transhumanismus besitzt, ist die Frage. "Es gibt vereinzelt Stimmen, die eine solche Möglichkeit - zumindest technisch gesehen - nicht als hanebüchen abtun", erklärt Coenen. Die Hoffnungen richteten sich auf Vorhaben wie das Human Brain Project der EU mit einem Budget von etwa einer Milliarde Euro: Das Ziel sei, menschliche Gehirnaktivität vollständig digital zu simulieren. "Aber entsteht dabei dann wirklich ein Bewusstsein?", fragt Coenen. Der Transhumanismus habe in einigen Kreisen vor allem in den USA und in Großbritannien Anhänger - auch finanzkräftige "IT-Milliardäre".

Nicht nur von der Künstlichen Intelligenz, sondern auch von Robotern geht eine Faszination aus. Wie menschlich können Roboter sein? Es gibt Roboter, die uns in ihrer äußerlichen Gestalt ähnlich sehen - sogenannte Humanoide. "Ich glaube aber ehrlich gesagt nicht, dass man Roboter mit Emotionen ausstatten kann", sagt Raul Rojas, Professor am Fachbereich Mathematik und Informatik der Freien Universität Berlin.

Eine mit Menschen verbundene Fähigkeit sei auch die Selbstreflexion, betont Michael Decker, stellvertretender Leiter des Instituts für Technikfolgeabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher KIT. "Wir können von einem Roboter keine Antwort auf die Frage bekommen, warum er eine Aktion gemacht hat." Außerdem seien etwa Gespräche so vielschichtig, dass sie ein Roboter nicht bewältigen könne. Er könne zum Beispiel Ironie oder den Wechsel zur Ernsthaftigkeit nicht erkennen.