Köln/Darmstadt. Nach mehreren Monaten Funkstille hat sich der Landeroboter "Philae" auf dem Kometen "Tschuri" (67P/Tschurjumow-Gerassimenko) zurückgemeldet. Am Sonntag teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln mit, der Landeroboter habe sich am Samstag um 22.28 Uhr für 85 Sekunden gemeldet und die ersten 300 von über 8000 Datenpaketen zur Erde gesendet. In der Nacht auf Montag habe es gegen 23.30 Uhr drei kurze Kontakte von jeweils zehn Sekunden gegeben, sagte Paolo Ferri, Bereichsleiter des Satellitenbetriebs der Europäischen Weltraumagentur ESA, am Montag in Darmstadt. Das DLR werte nun aus, ob "Philae" in dieser Zeit weitere Datenpakete über die Muttersonde "Rosetta" zur Erde geschickt habe.

Aktivität des Kometen wächst

Weltweit jubelten Forscher und Raumfahrt-Fans über die Nachricht. Nach ersten Erkenntnissen ist "Philae" bereits länger aus seinem Winterschlaf erwacht und hat schon seit mehreren Tagen Daten aufgezeichnet. Nur die Kontaktaufnahme zur Erde - aus mehr als 300 Millionen Kilometer Entfernung - gelang erst mit Verspätung. Der Kontakt könnte nun noch etwas verbessert werden, meinte Ferri, und zwar über die Flugbahn der Raumsonde "Rosetta" und über die Ausrichtung. Aber die Wissenschafter wollen zunächst weitere Daten abwarten.

Die Forscher kennen den präzisen Standort von "Philae" nicht, "weil wir bisher keine optischen Bilder haben", sagte Ferri. Mit 200 Kilometern sei die Raumsonde dafür zu weit weg: "Wir müssen so weit weg bleiben. Die Aktivität des Kometen wächst und wächst." Wahrscheinlich werde "Rosetta" in den nächsten Wochen auf noch größere Distanz gehen müssen.

Nach zehnjähriger Reise mit der Raumsonde "Rosetta" war "Philae" im November 2014 auf dem Kometen gelandet - allerdings im Schatten. Wegen Strommangels musste der Roboter auf Sonne warten, um neue Energie laden zu können. Philae hatte sich am 15. November 2014 abgeschaltet, nachdem er etwa 60 Stunden auf dem Kometen in Betrieb war. Seit dem 12. März 2015 hatte es regelmäßig Kontaktversuche zum Lander gegeben.