Miami. (dpa/est) Revolution in der Raumfahrt, PR-Gag oder Gefahr pur? Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX hat erstmals einen Satelliten mit einer wiederverwendeten Antriebsrakete ins Weltall geschickt. Die Falcon-9-Rakete startete in der Nacht auf Freitag um 0.27 Uhr MESZ vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida. Knapp zehn Minuten später landete sie auf einer schwimmenden Plattform im Atlantik.

Seit seiner Gründung 2002 hatte SpaceX die Landung von aus dem All zurückkehrenden Raketenstufen entwickelt. Das klappte erstmals im Dezember 2015. Nun ist der historische Flug einer Raketenstufe gelungen, die bereits einmal im All gewesen war, mit den gleichen neun Triebwerken, die schon einmal den extremen Belastungen ausgesetzt waren.

Kosten und Sicherheit


SpaceX-Gründer Elon Musk, der auch an der Spitze des Elektroautoherstellers Tesla steht, feierte den Einsatz als "unglaublichen Meilenstein in der Geschichte des Weltalls". Bisherige Antriebsraketen seien mit Flugzeugen vergleichbar, die man nach jedem Flug entsorgt, sagte Musk. Mit wiederverwertbaren Raketen sollen Raumfahrtmissionen deutlich günstiger werden. Der Start koste derzeit 58 Millionen Euro, durch Recycling könnten die Kosten aber um fast ein Drittel sinken.

Um die Rakete nach der Landung für einen Neustart aufzubereiten, benötigt SpaceX derzeit vier Monate. Künftig soll die Prozedur auf zwei Monate und langfristig auf 24 Stunden verkürzt werden. Damit wäre ein regelmäßiger All-Flugverkehr denkbar.

Skeptiker befürchten, Sicherheit könnte dem Effizienzdruck geopfert werden. Konkurrenz macht Elon Musk vor allem die US-Firma Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Laut der russischen Agentur Tass hat SpaceX bereits Kunden, die ihre Recycling-Rakete nutzen, zehn Prozent Rabatt in Aussicht gestellt.