FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. - © FFG
FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth. - © FFG

Wien. (gral) Innovative Unternehmen und wettbewerbsfähige Produkte sind die Stütze, um die Konjunktur voranzutreiben. In diesen Bereichen setzt die Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) an und fordert daher die Stärkung des wettbewerblichen Segments. Doch nicht einmal ein Viertel (0,8 Milliarden Euro) der Bundesausgaben für Forschung und Entwicklung sind 2017 in den Wettbewerb geflossen, stellte FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz fest. Hier bedürfe es allerdings mehr finanzieller Mittel, um den Wirtschaftsaufschwung in Österreich absichern zu können. Das Gros (2,8 Milliarden Euro) des Kuchens ging in institutionelle und indirekte Forschungsförderung.

"Wir nehmen für uns in Anspruch, das Gegenteil von Gießkanne zu sein. Wir sind ein starker Wasserstrahl, der fokussiert Wirkung entfaltet", begründete Egerth ihren Wunsch nach mehr im Wettbewerb vergebenen Mitteln. In ihrer Forderung erhielt sie Unterstützung von IHS-Chef Martin Kocher. Er ging dabei noch einen Schritt weiter und fordert mehr wettbewerbliche Finanzierung in allen Bereichen. So auch innerhalb des Universitätsbereichs.

Demnach müssten die Forschungsausgaben auch weiter steigen, denn es sei "noch nicht genug, um zu den Innovations-Leadern vorzustoßen", erklärte Kocher. Zudem müsse der Standort so attraktiv gestaltet werden, dass man Humanressourcen aus dem Ausland anziehe. Ziel sei, möglichst viele Unternehmen zur Forschung zu bringen und dort auch zu halten. Der Anteil der FFG an den Forschungsausgaben des Bundes sei allerdings seit 2008 von 18 auf heute 13 Prozent gesunken, bedauerte FFG-Geschäftsführer Klaus Pseiner.

"Jeder zweite FFG-Fördereuro wird in Digitalisierungsprojekte investiert", stellte Egerth fest. Dieses Thema ziehe sich durch alle Bereiche und habe mittlerweile eine "dominante Rolle" eingenommen. Im Zeitraum 2015 bis 2017 seien insgesamt 4590 Unternehmen Kunden der Gesellschaft gewesen, 2092 davon erhielten erstmals eine Förderung, skizzierten die Experten.