Noordwijk/Darmstadt. (dpa) "Aeolus" heißen der griechische Gott der Winde und die fünfte Erd-Erforschungs-Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA. Neuartige Windprofile sollen die Wettervorhersage präziser machen. "Aeolus" soll erstmals Windprofile der ganzen Erde erstellen und somit völlig neue Erkenntnisse für die Wettervorhersagen bringen.

Wie beeinflussen Winde in den tropischen Bereichen des Pazifik das Wetter in Europa? Können bessere Beobachtungen eines Höhenwindes oder des Jetstream Sturmprognosen verbessern? Zu solchen Fragen sollen erstmals Windprofile aus dem All erstellt werden. "Wir erwarten, dass die Messungen von ,Aeolus‘ die Modelle der Winddynamik der Erdatmosphäre deutlich voranbringen", sagt Anne Grete Straume, Missionswissenschafterin von "Aeolus" bei der ESA. Der Start ist für den 21. August vom Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guayana geplant.

Wetterballone, Bojen, Schiffe

Zwar gibt es zahlreiche Wetterballone, Bojen, Schiffe, Flugzeuge und Satellitenmessungen, die Daten über Winde liefern. Doch auf der Südhalbkugel, über den Ozeanen, in den Tropen und oberhalb von zehn Kilometern Höhe ist dieses Netz dünn - was mitunter auch die Ungenauigkeit von Wetter-Apps am Handy erklärt.

"Aeolus" soll die Windgeschwindigkeit rund um den Globus aus 30 Kilometern Höhe bis zum Boden oder über dicken Wolken messen. "Wenn man mehr Satelliten dieser Art hätte, die in verschiedene Richtungen schauen, wäre das der Durchbruch in der Wettervorhersage", berichtet Straume vom ESA-Technologiezentrum im niederländischen Noordwijk. Schon im ersten Jahr nach dem Start sollen europäische Wetterdienste die Daten von "Aeolus" in der Vorhersage berücksichtigen können. Vor allem die Fünf-bis-sieben-Tage-Vorhersage werde damit "signifikant besser".