Wien. Saifurahman Rahmani (15) kam vor vier Jahren aus Pakistan nach Österreich. Geboren wurde er in Afghanistan, doch die Familie floh vor dem Krieg, als der Bub noch ein Kleinkind war. Rahmanis Vater ist bereits vor etwas mehr als zehn Jahren in Wien gelandet: Seitdem wartet er auf seinen Asylbescheid. Für die Familie ist die Situation schwierig: Rahmani hat zwei Geschwister, die Mutter kann nach einer misslungenen Operation nicht mehr arbeiten.

All das erzählt Saifurahman Rahmani in perfektem Deutsch. Seine Muttersprache ist Paschtu. In Pakistan musste er Dari erlernen und wurde auch in dieser Sprache alphabetisiert. In Wien angekommen, hieß es dann Deutsch lernen. Einen Monat besuchte er hier noch die Volksschule, dann ging es an eine Kooperative Mittelschule. Da kam dann auch noch Englisch dazu. Nach zwei Jahren wechselte er an eine AHS. Heute besucht er die fünfte Klasse. Und zeigt dabei so gute Leistungen, dass er heute, Dienstag, im Innenministerium als einer von 16 neuen Stipendiaten des Programms "Start"-Wien vorgestellt wird.


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start-stipendium.at
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Dieses von der Crespo Foundation initiierte und maßgeblich finanzierte Projekt unterstützt Jugendliche mit Migrationshintergrund, die besonders begabt und engagiert sind, auf ihrem Weg zur Matura. Sie erhalten einen Laptop mit Internetanschluss, ein monatliches Bildungsgeld in Höhe von 100 Euro und Unterstützung von Mentoren sowie die Möglichkeit, an Workshops und Exkursionen teilzunehmen.

Rahmani sagt: "Für mich ist es wichtig, die Matura zu schaffen. ,Start ist dabei ein Schlüssel für mein Leben, meine Zukunft." Hier könne er sich vernetzen, werde finanziell unterstützt. Sein Ziel: ein naturwissenschaftliches Studium. Und danach nach Afghanistan zu gehen, zu forschen, vielleicht im Bereich der Geologie. Langfristig sieht er sich aber in Österreich, hier gebe es bessere Möglichkeiten zu experimentieren. Kraft gibt ihm seine Religion, der Islam. "Unsere Religion sagt uns auch, dass es wichtig ist, eine gute Ausbildung zu haben. Und die bekomme ich hier in der Schule."

Rahma Yasin (16) ist ebenfalls praktizierende Muslima. Das zeigt sie auch, denn sie trägt Kopftuch. Sie besucht derzeit eine Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik, "damit ich dann nicht nur die Matura, sondern auch eine Ausbildung habe". Doch sie hat vor, noch weiterzustudieren, vielleicht Ernährungswissenschaften, vielleicht Psychologie.