Wien. Einem Volksfest glich die Stimmung am Wochenende beim Wiener Islamischen Zentrum. Rund 5000 Muslime aus Wien und anderen Teilen Österreichs waren zur größten heimischen Moschee gekommen, um in einem Festzelt mit Bierbänken, Grillhendeln und Kebap den Abschluss des Fastenmonats Ramadan zu feiern.

Höhepunkt war der Besuch des unter langem Beifall empfangen Bundespräsidenten Heinz Fischer. In seiner Rede betonte er die Gleichberechtigung der Muslime und bezeichnete den Islam in Österreich als "bedeutsame und immer bedeutsamer werdende Religionsgemeinschaft." Der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft Fuat Sanac appellierte, jeder sollte sich bemühen, "Feindschaften zu beenden und Freundschaft zu schließen".

Weniger beliebt machten sich einige als "Security" agierende Austrotürken, die andere Personen zur Seite drängten. Die Fotografin und gebürtige Palästinenserin Kawther Salam kritisierte in ihrem Internetblog ausgiebig die "anhaltenden Schikanen", die sie an ihre Erfahrungen mit der israelischen Armee erinnerten. Die heimische Security sei über die "türkischen Kollegen" nicht erfreut gewesen.

Eine weitere große Feier mit Muslimen kündigte Fischer für nächstes Jahr an. Der Grund: 2012 feiert der Islam seine 100-jährige Anerkennung in Österreich.