Özgür kennt Weggefährten, die jahrelang auf einen positiven Bescheid vom Asylgerichtshof (seit 2014 ging er in das Bundesverwaltungsgericht über) warten. "Es sind gute Menschen und keine Kriminellen. Sie zahlen Steuern und achten die Gesetze", sagt er. Und trotzdem können sie nicht verreisen, dies bekomme man dann zu spüren, wenn man unter allen Umständen reisen muss: "Vor zwei Jahren war meine Mutter schwer krank und ich konnte sie nicht besuchen."

Neue Generation

Der HipHop markierte bislang entscheidende Phasen seines Lebensweges, bis jetzt veröffentlichte er drei selbst produzierte Alben, oftmals scharf mit der Politik in Afghanistan und kritisch gegenüber ungerechten Verhältnissen. In seiner kurzen Zeit in Österreich hat er sich engagiert, hat HipHop-Workshops gegeben, ist mit seiner Musik an Veranstaltungsorten aufgetreten und repräsentiert als Obmann des jungen, afghanischen Kulturvereins eine neue, nach vorn blickende Generation von Afghanen in Österreich. "Das ist wichtig, dass wir dagegen ankämpfen und den Leuten zeigen, dass wir keine hirnlosen Fanatiker sind", sagt Özgür und klopft abermals auf den Tisch.