Doch erst mit der Eingemeindung der Vorstädte ab 1850 sowie dem Abbruch der Stadtmauern ab 1858 war die Stadtregierung bereit, auf die Klagen einzugehen.

Alte Zeichen am Haus Steindlg. 4. - © Foto: Anton Tantner
Alte Zeichen am Haus Steindlg. 4. - © Foto: Anton Tantner

Farbsystem für Schilder

Die neue Lösung wurde 1862/63 unter Mitwirkung des Schilderfabrikanten Michael Winkler verwirklicht. Gleichzeitig mit den Hausnummern, die nunmehr im Gegensatz zu den alten "Konskriptionsnummern" als "Orientierungsnummern" bezeichnet wurden, kamen Straßentafeln an die Häuserwände. Sie waren weiß lackiert, die Buchstaben auf den Plätzen in roter, sonst in schwarzer Farbe aufgetragen. Die Farbe des Randes sollte je nach Bezirk unterschiedlich sein, im ersten Bezirk zum Beispiel rot, im zweiten violett, im dritten grün. Dieses System, jedem Bezirk eine eigene Farbe zuzuordnen, musste aufgegeben werden, nachdem 1890-1892 die Vororte eingemeindet worden waren. 19 voneinander leicht unterscheidbare Farben schienen doch nicht möglich, und daher wurden die Tafeln der Bezirke 10 bis 19 nur rot umrandet.

Bis 1923 waren diese Straßentafeln in Verwendung und wurden dann von den heute üblichen rechteckigen Schildern mit weißer Schrift auf blauem Hintergrund abgelöst. Die Hausnummernschilder erneuerte man erst ab dem Jahr 1958.

Dr. Anton Tantner ist Privatdozent für Neuere Geschichte an der Universität Wien. Mehr zum Thema auf seiner Website hausnummern.tantner.net

Am Samstag, 6. Oktober 2012, 15 Uhr, bietet Dr. Tantner für den Verein für Geschichte der Stadt Wien eine Exkursion zu Konskriptionsnummern im 1. Bezirk an. Treffpunkt: Wien 1, Ballhausplatz 2, vor dem Bundeskanzleramt. Beschränkte Teilnehmerzahl (max. 25), Anmeldung bis 3. Okt. unter der Tel.-Nr. 01 4000 84815.