Wien. (apa/spn) Die Medizinische Universität Wien hat heuer als erste und bislang einzige Hochschule eine "genderspezifische" Auswertung des Eignungstests für das Medizinstudium vorgenommen. Die Mittelwerte der Testergebnisse, die zur Beurteilung herangezogen werden, wurden für Männer und Frauen getrennt errechnet.

Prompt gingen 56 Prozent der 740 Studienplätze an Frauen. Dies entspricht dem Anteil der zum Test angetretenen Frauen. Eingeführt wurde die Regelung, weil in den vergangenen Jahren stets weniger Frauen als Männer bestanden hatten, obwohl es mehr weibliche Testteilnehmer gab.

In Graz und Innsbruck, wo nicht nach Geschlecht unterschieden wird, ist das nach wie vor der Fall: Frauen stellten heuer in Graz 57 Prozent der Testteilnehmer, aber nur 42 Prozent der 364 Aufgenommenen. In Innsbruck traten 58 Prozent Frauen an, die 399 Studienanfänger werden jedoch zu 53 Prozent Männer sein.

Philipp Wimmer vom Vorsitz der Hochschülerschaft Medizin Wien lehnt die neue Beurteilung als "umgekehrte Diskriminierung" ab. Dies bestätige auch ein von ihnen in Auftrag gegebenes Gutachten. Abgewiesene Testteilnehmer wolle man nun bei etwaigen rechtlichen Schritten "unterstützen" - in welcher Form, steht aber noch nicht fest.