Wien. Das im März gestartete Programm zur verbesserten Berufsanerkennung von Akademikern aus Nicht-EU-Staaten scheint zu wirken: Laut einer ersten Zwischenbilanz ist die Zahl der Migranten gestiegen, die seither in Österreich ihre Bildungsabschlüsse anerkennen ließen, so Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz am Freitag in einer Aussendung.

Konkret ist die Zahl der Bestätigungen von Diplomen im ersten Halbjahr 2012 mit 120 fast doppelt so hoch wie im gesamten Jahr 2011 (65). Auch die Zahl der Bewertungen ausländischer Hochschuldiplome und der telefonischen bzw. Mail-Beratungen von Bewerbern ist gestiegen.

Das Programm umfasst fünf Punkte: So wurde eine zentrale Anlaufstelle für Nostrifizierungen, also die vollständige Anerkennung eines ausländischen Studienabschlusses durch eine österreichische Uni, geschaffen und mit http://www.nostrifizierung.at eine Informationsinternetseite eingerichtet. Bei der bisherigen Infostelle NARIC (National Academic Recognition Information Centre) können Nicht-EU-Bürger ihre Ansuchen nunmehr zentral einreichen, die von dort an die zuständige Uni weitergeleitet werden. Außerdem wurde die maximale Wartezeit bis zu einer Entscheidung auf drei Monate halbiert. Im Bereich der Medizin soll zur effizienteren Abwicklung eine gemeinsame Geschäftsstelle der drei Medizin-Unis eingerichtet werden. Für Arbeitgeber wurde bei NARIC ein Service geschaffen, mit dem diese die Ausbildung von Drittstaatsangehörigen besser vergleichen und bewerten können sollen.