Wien. Die Glühbirne ist tot, lang lebe die Glühbirne. Trotz seit längerem bestehenden EU-weiten Verkaufsverbots für 60- und 100-Watt-Modelle herrscht weiterhin ein reger Handel mit Glühbirnen. Hauptverantwortlich dafür: Schlupflöcher in der EU-Regelung - und das Internet.

Eigentlich bemüht sich die EU die energiehungrigen Glühbirnen seit Jahren aus dem Verkehr zu ziehen, um sie durch Energiesparlampen zu ersetzen: 2009 erfolgte das Aus für die 100-Watt-Birnen, ein Jahr später wurden die 75-Watt-Modelle verbannt, im Vorjahr die 60-Watt-Birnen und ab 1. September sollen nun die 40-Watt-Produkte der Vergangenheit angehören. Tatsächlich ist das aber kaum zu erwarten. Denn im Internet tummeln sich eine Vielzahl von Anbietern, die das Verkaufsverbot umgehen. Und dabei auf Schlupflöcher in der EU-Regelung zurückgreifen.

"Nicht für den Haushalt geeignet"
Denn ausgeklammert aus dem stufenweise eingeführten Verkaufsverbot für Endkonsumenten in der EU blieben Speziallampen wie etwa Grubenleuchten, die von der Industrie nachgefragt werden, sich vielfach aber kaum von für den Privatvgebrauch bestimmten Produkten unterscheiden. Und die nun über das Internet den Weg in die Privathaushalte finden. Denn, wie Ö1 berichtet, reiche bereits ein Hinweis wie "Nicht für den Haushalt geeignet", um die alten Glühbirnen legal verkaufen zu können.

Dass man mit diesen Lücken nicht gerechnet habe, räumt Marlene Holzner, Sprecherin von EU-Energiekommissar Günther Oettinger, gegenüber Ö1 ein. Es sei folglich beabsichtigt, die Regelung noch einmal zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Bis dahin dürften die Internethändler weiterhin auf rege Nachfrage der Privathaushalte für Industrieglühbirnen zählen können.