Zu den Sternen flogen Zeitreisende für die Beantwortung der Kartennuss der Nro. 391, in der Details zu Himmelskörpern gefragt waren. Eingangs eine Begriffsklärung von Helmuth Singer, Wien 13: Schnuppe, vom mitteldeutschen Wort "snup(p)en", bezeichnet "das verkohlte, glühend abstehende Dochtende einer brennenden Kerze." Oder auch Naseputzen.

Maria Thiel, Breitenfurt, ergänzt: Bis ins 19. Jh. "wurden Kerzen aus tierischen Fetten hergestellt, die stark rußten, wenn der Docht zu lang wurde. Deswegen "schneuzte", also kürzte, man ihn". Mag. Karin Gruber, Wien 20 (willkommen in der Gemeine!), fährt fort: "Das dabei zu Boden fallende Ende", das "noch glühte, sah . . . den Himmelserscheinungen sehr ähnlich." Diese hielt man "für Putzabfälle der Sterne" und nannte sie "Sternschnuppen".

Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, bringt augenzwinkernd einen Vergleich: "Wenn Sterne Schnupfen haben, reinigen sie sich demnach ebenso durch Abstoßen von kranken Teilen, . . . den Sternschnuppen."

Es wäre für Menschen allerdings gefährlich, wenn beim Niesen Krankheitserreger auf sternschnuppen-ähnliche Geschwindigkeit beschleunigt würden. Die relevanten Zahlen liefert Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf: Von den kosmischen Staub- und Metallpartikeln dringen pro Tag "Milliarden . . . in die Erdatmosphäre ein. Je nach Einfallswinkel" erreichen sie "bis zu 70 km pro Sekunde". (N.B. Menschen niesen "nur" mit rund 150 km/h, das sind 0,04 km/s!). Weil die millimetergroßen Teilchen "Luftmoleküle ionisieren, . . . erzeugen sie die . . . leuchtenden Effekte". Die Luft wird also elektrisch aufgeladen.

Das wiederum bietet laut Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, "für Amateurfunker .. . ein besonderes Gustostückerl": Die ionisierten Bahnen können "als Reflektor im Ultrakurzwellenbereich benutzt" werden, um die Reichweite zu erhöhen. Das Phänomen hält aber nur kurz an.

Kinos Umlaufbahn

Kometen-Namensgeber Gottfried Kirch (l.) und Johann Franz Encke (Bilder: Archiv).
Kometen-Namensgeber Gottfried Kirch (l.) und Johann Franz Encke (Bilder: Archiv).

Um die Jahreswende 1680/ 1681 war ein "Großer Komet", wie Gerhard Toifl, Wien 17, festhält, "auch am Tage mit dem bloßen Auge" zu sehen. Das Attribut "groß" erhalten diese Himmelskörper, wenn sie "außerordentliche Helligkeit" aufweisen. In die Forschungsgeschichte ging dieses Exemplar ein, weil es "als erster Komet durch ein Teleskop entdeckt wurde".

Das Auge hinter dem Fernrohr gehörte, so Herbert Beer, Wolfpassing, dem Astronomen Gottfried Kirch (1639-1710), der im bayerischen Coburg an einem Novembermorgen "die Mondsichel und den Mars" beobachtete. Da sah er daneben "einen Stern . . ., der nicht in Tycho Brahes Sternkatalog verzeichnet war".