Dreifacher Schlossherr im Marchfeld: Prinz Eugen. - © Bild: Archiv/gemeinfrei
Dreifacher Schlossherr im Marchfeld: Prinz Eugen. - © Bild: Archiv/gemeinfrei

Als "fünf Schätze des Marchfeldes" bezeichnet Dr. Manfred Kremser, Wien 18, Schloss Hof, Niederweiden, Eckartsau, Marchegg und Orth. So wie viele andere Gemeine-Mitglieder reiste der Geschichtsfreund auf Erinnerungspfaden entlang einer "Schlösserstraße" im Osten Niederösterreichs. Anlass war Frage 1 der Nro. 392 zu den dortigen Prunkbauten.

Tüftler Dr. Kremser kann sich an den Zustand der Schlossanlagen im Bezirk Gänserndorf in den 1950er- Jahren "mit den Schäden und Verwüstungen" der Nachkriegszeit erinnern. Erst anlässlich der "Niederösterreichischen Landesausstellung über Prinz Eugen und Österreich im Barock . . . 1986" konnten sich die Besucher vor Ort "einen ersten Eindruck über die Pracht von Schloss Hof mit dem Schlagobers-Tüpferl Niederweiden" machen.

"Schon in den 1980ern wurde", wie Ing. Helmut Penz, Hohenau/March, notiert, von der "lokalen Kulturinitiative" Verein Forum Marchfeld "der Begriff der Marchfeld Schlösserstraße entwickelt."

Michael Chalupnik, Sieghartskirchen, ergänzt, dass zu diesen Sehenswürdigkeiten der "Donau-Radweg und Marchfeldkanal-Radwanderweg führen".

Zum Marchfeld erläutert Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7: Es ist "die größte Ebene Niederösterreichs" und beherbergt "fruchtbare Getreide-, Gemüse- und Zuckerrübenfelder". Es wird auch als "Kornkammer Österreichs" bezeichnet.

Das eingangs zitierte Lob von Zeitreisenmedicus Dr. Kremser für die Schlösser wird von vielen Gemeine-Mitgliedern geteilt. Dr. Alfred Komaz, Wien 19, etwa nennt sie "Baujuwele des Barock", von denen einige "als Teil des österreichischen Kulturerbes der Republik" gehören. Diese Bauten wurden "1919 durch das sogenannte Habsburgergesetz von der neu gegründeten Republik Österreich übernommen".

Dr. Wilhelm Baier, Graz-Andritz, merkt an, dass die "überwiegend im Barock des 18. Jahrhunderts" gestalteten Schlösser und Gartenanlagen "aus dem wirtschaftlichen Boom Zentraleuropas nach dem Ende der Türkenkriege hervorgegangen" sind.

Veteranen und Kamele

Dr. Peter Schilling, Wien 18, hält fest, dass "der Ausbau von Schlosshof . . . ab 1725 . . . eine Art Arbeitsbeschaffungsprogramm für Veteranen" der Armee des Prinzen Eugen von Savoyen (1663-1736) sowie für arme Teile der Bevölkerung gewesen sein soll. Es arbeiteten "an die 800 Handwerksleute und Taglöhner an dem Prunkbau". Gärtner wurden "sogar im Winter beschäftigt", was für eine "gewisse soziale Ader" spreche. Der Prinz sei als Schlossherr bei "aller luxuriöser Prunkentfaltung und adliger Repräsentationssucht . . . von der Not der Soldaten und der Zivilbevölkerung nicht unberührt" geblieben.