Achtung, Verwechslungsgefahr! "Rothe Äpfel" gab es in der alten Donaumetropole und den sie umgebenden Vorstädten früher einige. Eines der nach dem pausbäckigen Kernobst benannten Häuser stand zum Beispiel in der Josefstadt (am Glacis), ein anderes auf der Landstraßer Hauptstraße, im Bereich der heutigen Hausnummern 70 bzw. 72; daneben, auf Nr. 74, residierte 1959-1965 die Galerie zum roten Apfel, die Kunst- sowie Jazzbegeisterten als Heimstatt damaliger Avantgarde ein Begriff ist.

Der Zwirnhändler J. Furtmüllner, der diese Annonce am 22. April 1830 in der "Wiener Zeitung"-Beilage "Allgemeines Intelligenzblatt" schaltete, verkaufte seine Ware im Haus "Zum rothen Apfel" in der Spänglergasse (Konskriptionsnummer 565, nun Tuchlauben 4 im 1. Wiener Bezirk). Sein Gewölbe lag direkt neben der k.k. Polizei-Ober-Direktion, wie im Inserat zur besseren Orientierung informiert wird.

Dieses öffentliche Gebäude war nicht nur Einheimischen, sondern auch Reisenden bestens bekannt, mussten sich letztere doch binnen 24 Stunden nach Ankunft in der Stadt behördlich beim dortigen Passamt melden.

Traurige Berühmtheit erlangte das Haus, in dem heute ein stadtbekanntes Nobelrestaurant untergebracht ist, am 13. März 1848. Als wütendes Volk vorbeimarschierte, wurde plötzlich aus einem Fenster der Polizeidirektion geschossen. Es gab Tote und Verletzte.

Furtmüllners Geschäft befand sich damals freilich nicht mehr dort. Es war schon um 1831 in ein Lokal auf dem ganz in der Nähe liegenden Bauernmarkt übersiedelt. (reis)