Panduren, hier drei gefangene Deserteure, galten als brutal und wagemutig.  - © Bild aus: O. Teichman, "Pandur Trenck" 1928/Schmuckfarbe: WZ
Panduren, hier drei gefangene Deserteure, galten als brutal und wagemutig.  - © Bild aus: O. Teichman, "Pandur Trenck" 1928/Schmuckfarbe: WZ

Furchterregend habe er in seinen letzten Jahren ausgesehen, weil "im Baierischen Kriege bey einem feuerfangenden Pulverfasse . . . sein Gesicht so verbrannt wurde, daß es voller schwarzer Flecken blieb". So schilderte ein Verwandter den berüchtigten Franz von der Trenck. Dabei hatte "die Natur alle ihre Wohlthaten verschwendet" bei diesem Gewaltmenschen von "riesenmäßiger vollkommener Proportion". Der "Wuchs schön, seine Gesichtsbildung angenehm und männlich, seine Stärke fast unglaublich: denn er hieb dem stärksten Ochsen mit seinem Säbel den Kopf ab". Es kam freilich auch vor, "daß er Menschenköpfe wie Rüben abhieb."

Es folgen Recherchen der Gemeine, die sich dem Heißsporn Franz von der Trenck (auch Trenk) anlässlich der Zusatzorchidee der Nro. 392 vorsichtig näherte.

Historiker "Karl Vocelka zählt ihn" - neben Giacomo Casanova und Alessandro Cagliostro - "zu den "großen Abenteurern" des 18. Jh.s", schickt Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, voraus. Trenck war "nicht nur ein Haudegen, sondern auch ein durchaus gebildeter .. . Mensch" mit Talent für Sprachen und Musik. Auch "Mitgefühl . . . ist ihm nicht abzusprechen", wenn man sich sein Testament ansieht.

Franz von der Trenck, Anführer einer wilden Truppe. - © Wikimedia Commons/gemeinfrei
Franz von der Trenck, Anführer einer wilden Truppe. - © Wikimedia Commons/gemeinfrei

Darin setzte er, so Volkmar Mitterhuber, Baden, "die Gründung der Trenck-Großarmenhaus-Stiftung" fest: "4000 Gulden" widmete er "der Errichtung eines Versorgungshauses . . . Dieses sollte dreißig verarmte Personen" aufnehmen, bevorzugt vom Krieg ruinierte "Bewohner von Cham und des Iserwinkels". Ihren Unterhalt möge man aus den Zinsen von "weiteren 30.000 Gulden" aus Trencks Vermögen bestreiten.

"Hier dürfte sich sein Gewissen . . . gerührt haben", vermutet Dr. Alfred Komaz, Wien 19. "1742 hatte er mit seinen Panduren" im Namen Habsburgs mehrere Städte in Bayern besetzt, u.a. Cham, "wobei es zu zahlreichen Gräueltaten gekommen ist" - jedoch "offenbar . . . nicht nur von österreichischer Seite."

Zum "edlen Wohltäter" merkt Dr. Edwin Chlaupek, Wien 3, an, dass er "ein wüster Geselle war, . . . auf eigenen Vorteil bedacht, in mehreren Kriegen als Offizier bei verschiedenen Kriegsherren tätig" und nicht nur einmal "zum Tode verurteilt, aber . . . im letzten Moment begnadigt".