Pardon in letzter Minute

Doch nun von Anfang an: Geboren wurde Trenck, so Michael Chalupnik, Sieghartskirchen, "am 1. Jänner 1711 in Reggio Calabria" an der Stiefelspitze der italienischen Halbinsel.

"Johann von der Trenck, sein Vater", hatte bereits 1683 vor Wien gegen die Osmanen gekämpft, blickt Christine Sigmund, Wien 23, zurück. Schon in jungen Jahren hinterließ der Krieg bei Franz seine Spuren. Prägend waren v.a. die vielen Verwundeten, "zu denen auch sein Vater gehörte." Der Bub hatte "immer wieder erlebt, wie die Reichstruppen ihre Gefangenen grausam behandelten." Ein gebranntes Kind war er laut seiner zu Lebzeiten erschienenen Autobiographie auch im wörtlichen Sinn, fiel er doch als Baby in glühende Kohlen und wurde "halb gebraten".

Dass er deshalb das Feuer scheute, kann man aber nicht behaupten. Wie Neotüftler Erwin Simunics, Wien 22, anmerkt, zeichnete er sich schon jung durch "Tapferkeit im Krieg gegen die Türken" aus.

Der berühmte Kerkerflüchtling Friedrich von der Trenck , Franz’ Cousin. - © zeitgenössischer Druck/Schmuckfarbe: WZ
Der berühmte Kerkerflüchtling Friedrich von der Trenck , Franz’ Cousin. - © zeitgenössischer Druck/Schmuckfarbe: WZ

Prof. Helmut Bouzek, Wien 13: 1728 trat er "als Fähnrich in das kaiserliche Infanterieregiment Niclas Graf Pálffy" ein. Wegen "Raufhändel und Ausschweifungen musste er 1731 den . . . Dienst quittieren." Im selben Jahr, so Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, heiratete er die "Tochter des Feldmarschalls von Tillier" und ließ sich "auf dem . . . Gut Brestovac in Slawonien (Kroatien, Anm.) nieder." Doch das Glück währte nur kurz, Franz’ "Söhne starben" als Säuglinge, "auch die Ehefrau und die Tochter" wurden nicht alt. "Der Witwer kehrte 1737 zum Militär zurück".

Nun diente er "der russischen Zarin Anna", so Ing. Helmut Penz, Hohenau/March. Wie Prof. Brigitte Sokop, Wien 17, ergänzt, brachten ihm Streit und "Insubordination" eine "Verurteilung zum Tod" ein. In letzter Minute wurde er "auf dem Richtplatz . . . zu Straflager und Festungshaft in Kiew begnadigt." Nach Entlassung aus der Haft und Ausweisung aus Russland kehrte er 1740 ins Habsburgerreich zurück.

Als die Länder der soeben auf den Thron gekommenen Maria Theresia vom Preußenkönig Friedrich überfallen wurden, schien ihr Trenck genau der Richtige, um ihn gegen den Feind ins Feld zu schicken. Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7: Von der Erzherzogin wurde der Baron, "von dem sie über ihren Gemahl Franz Stephan Lobenswertes gehört hatte, im 1. und 2. Schlesischen Krieg . . . eingesetzt."

Rotkäppchen in Waffen

Wie Herbert Beer, Wolfpassing, ergänzt, durfte Trenck "ein Korps von 1000 Panduren auf eigene Kosten ausrüsten und nach Schlesien . . . führen." Mag. Robert Lamberger, Wien 4, eruierte, dass er seine wilde Truppe "der Herrscherin . . . 1741 in Wien" vorstellte.