Bereits erwähnte Tüftlerin Sigmund fand ein Werk über Trenck (Oskar Teichman, "Pandur Trenck", 1928), das einen zeitgenössischen Bericht unseres Blattes zitiert (wohl in modernisierter Form): Vormittags ließ der Major "seine Panduren . . . vor Ihrer Majestät defilieren, deren Wagen auf dem Favoritenplatze Aufstellung genommen hatte . . . Mit roten Mänteln und roten Mützen und sonst nach serbischer Art leicht bekleidet und von Waffen aller Art strotzend, begrüßten sie ihre Königin mit lauten Zurufen und den wilden Klängen ihrer türkischen Musik."

Zu den Panduren erläutert Dr. Peter Schilling, Wien 18: "In der Regel bildeten diese insbesondere aus dem slawisch-rumänischen Teil von Südungarn rekrutierten Soldaten die Vorhut der kaiserlichen Armee und taten sich im Kleinkrieg nicht nur durch Tapferkeit, sondern auch . . . durch Überfälle . . . hervor", und zwar mit "Billigung ihres Kommandanten".

Wegen solcher "Grausamkeiten, wegen Ungehorsam und Insubordination" (und weil er in einem Wiener Theater einen seiner Ankläger in Anwesenheit der Regentin beleidigte) wurde Trenck 1746 der Prozess gemacht, so Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Deutsch-Wagram, und zum Tode verurteilt. "Eingedenk der vielen guten Kriegsdienste" begnadigte ihn Maria Theresia zu lebenslanger Haft auf dem Brünner Spielberg, wobei er "äußerst milde" behandelt wurde - jedenfalls im Vergleich etwa mit jenen Häftlingen, die später unter dem "guten" Kaiser Franz in den Kasematten saßen, angeschmiedet in finsteren Zellen.

"Wie nett von Ihnen, dass Sie die Zusatzorchidee meinem Wochenendausflug angepasst haben", freut sich schmunzelnd Mag. Susanna Michner, Wien 9, die vor Kurzem im heute tschechischen Brno eine Premiere von Verdis Oper "Don Carlos" besuchte. Es ist der Tüftlerin dabei natürlich "nicht verborgen geblieben, dass der gesuchte Freiherr im "Kerker der Nationen" .. . eingelocht war".

"Lebenslänglich" bedeutete im Falle Trencks nur etwas mehr als ein Jahr. Er starb am 4. Oktober 1749. Zu den ungeklärten Todesumständen kommt Brigitte Schlesinger, Wien 12: "Sein Cousin Friedrich Freiherr von der Trenck meinte später, dass Franz im Besitz des . . . "Aqua Tofana" gewesen sei", ein "neapolitanischer Gifttrank", der "ohne Schmerz . . . langsam" tötet.

Lange ohne Daumen: die Mumie des Pandurenobersten. - © Foto: Archiv Christine Sigmund
Lange ohne Daumen: die Mumie des Pandurenobersten. - © Foto: Archiv Christine Sigmund

In seinem letzten Willen, den er wenige Tage vor seinem Tod aufsetzen durfte, wünschte Franz eine Beisetzung in der Brünner Kapuzinergruft, wo er noch heute ruht. Der durch Luftzug natürlich mumifizierten Leiche fehlte allerdings die längste Zeit ein Stückchen. Wie Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, recherchierte, tauchte Trencks linker Daumen erst vor etwa zwei Jahren in einem Museum auf - wobei unklar ist, wie und wann genau er dorthin gekommen war. Wissenschafter untersuchten die Überreste des Barons und bestätigten seine imposante Statur ("gebaut wie Conan der Barbar", so ein Forscher).

Der preußische Cousin

Als Universalerben setzte Franz von der Trenck den bereits genannten Cousin Friedrich (geb. 1727) ein. (Dieser ist es auch, der eingangs zum Äußeren des Pandurenobersten zitiert wurde.) Von einem "fiesen Testament" spricht Dr. Gerhard Jungmayer, Wien 22: Denn Franz gründete zwar die erwähnte Armenstiftung, "doch sein preußischer Cousin . . . musste sie mit seinem eigenen Geld bestreiten". Obendrein erbte dieser "viele . . . Rechtsstreitigkeiten".