Im Herzen Triests liegt die Piazza dell’Unità d’Italia, der Platz der Einheit Italiens, vormals Piazza Grande (s. Bild rechts). "In der Mitte des Platzes steht ein Brunnen", der ab 1751 errichtet wurde. Er stellt "die damals bekannten vier Kontinente dar. Daneben erhebt sich eine Säule Kaiser Karls VI., dessen linke Hand auf den Hafen zeigt" - so leitet Dr. Karl Beck, Purkersdorf, den Antwortreigen um die Adriastadt ein, die Thema der kleinen Nuss Nro. 393 war.

Nicht unweit des in Stein gemeißelten Karl, auf der Piazza della Borsa (Platz der Börse), ist dessen Vater Leopold I. verewigt. Das Denkmal, so Maria Thiel, Breitenfurt, soll an den hohen Besuch erinnern: Der später als "Türkenpoldl" bekannte Kaiser traf Ende "September 1660 in der Stadt ein ..., um Triest nach siebentägigen Feierlichkeiten und Huldigungen ... wieder zu verlassen".

Wie es zur Entstehung der vitalen Wirtschaftsmetropole kam, erläutern Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Deutsch-Wagram: Die Habsburger hatten "einen multinationalen Staat geschaffen, der einen Hafen mit Handelsfunktion brauchte". Die Stadt an der Adria wurde dafür auserkoren und "am 18. März 1719 wurde der Freihafen Triest von Kaiser Karl VI. kraft eines Patents ausgerufen". Damit gingen, wie Christine Sigmund, Wien 23, recherchierte, "administrative und steuerliche Begünstigungen" einher, die "für einen besseren Seehandel sorgen" sollten.

Blick auf Triest um 1880. - © Bild: Archiv/gemeinfrei
Blick auf Triest um 1880. - © Bild: Archiv/gemeinfrei

Der Plan ging auf. In seiner Geschichte hat der Hafen von Triest, so Gerhard Toifl, Wien 17, "eine grundlegende Rolle in den Handelsbeziehungen zwischen dem Alten Kontinent und dem Orient gespielt."

Mit leuchtenden Farben

Zu den an den Schiffsmasten flatternden Hoheitssymbolen kommt Ing. Helmut Penz, Hohenau/March: "Die offizielle zivile Flagge Österreichs beziehungsweise später für die österreichische Reichshälfte der ... Monarchie war Schwarz-Gelb". Ein Nachteil dieser Einfärbung war, dass sie aus der Ferne schlecht erkennbar ist. So wurde "1786 ... die Österreichische Marine (nach Gründung von Österreich-Ungarn in k.u.k. Kriegsmarine umbenannt)" aus der Taufe gehoben und die Kombination "Rot-Weiß-Rot noch im selben Jahr zur Kriegsmarineflagge" bestimmt.

Die leuchtenden Farben ordnete "Joseph II. durch kaiserliches Handschreiben vom 20. März 1786 an", fand Dr. Harald Jilke, Wien 2, heraus. Im Jahr darauf galt dies ebenso "für das österreichische Küstenland" und "die österreichischen Niederlande".