Zur Bequemlichkeit jener Besucher, welche nicht in Dornbach oder Neuwaldeck wohnen, sondern . . . herkommen, den Garten zu besehen, steht den größten Theil des Tages über an jeder verschlossenen Thüre eine Person mit dem Schüssel, um die Kommenden hinein, und wieder hinaus zu lassen." Diese Wächter kennen wir aus anonymen Briefen, die als "Neuestes Sittengemählde von Wien" 1801 "Bey Anton Pichler" erschienen sind. Heute ist die Schwarzenbergpark genannte Anlage im nordwestlichen Wien nicht mehr eingezäunt.

Den passenden Schlüssel zu ihrer Geschichte, ihrem Stifter sowie anderen Nachfahren irischer Einwanderer in Habsburgs Diensten hatten Zeitreisende, die zur Zusatzorchidee der Nro. 394 recherchierten.

Das Geld für die "etwa 80 Hektar" große Grünfläche, die heute "Teil des 17. Bezirks" ist, stellte - so Dr. Alois Michner, Wien 9, - "Franz Moritz Graf Lacy oder Lascy, geboren am 21. Oktober 1725 in St. Petersburg, gestorben am 24. November 1801 in Wien", zur Verfügung. Sein irischer Vater "war 1698 in russische Dienste getreten". Der Sohn diente ab 1743 dem Habsburgerreich.

Rudolf Freiler, Kirchschlag/NÖ, liefert augenzwinkernd die "korrekte wienerische Aussprache" des Namens Lacy: "Latzi". 1765 erwarb der Graf ein Barockschloss. Das dazugehörige Grundstück, wie der Tüftler weiter ausführt, ließ er "mit einem Aufwand von 500.000 Gulden in einen englischen Garten umwandeln".

Was in dem Preis alles enthalten war, zählt Dr. Peter Schilling, Wien 18, auf: "Tempel der Diana, Säulen, Statuen, Sternpavillon, eine Ruine, ein Lusthäuschen für Diners mit herrlichem Fernblick, Teiche, Grotten, vier chinesische Brücken, Glashäuser für Edelobstkulturen, eine Fasanerie, ein Damwildgehege, künstliche Wasserfälle, Springbrunnen, Bassins mit kostbaren Wasservögeln."

Der unverheiratet und kinderlos gebliebene Lacy vermachte, wie Ing. Alfred Kaiser, Purkersdorf, ausführt, "seinen Besitz Josef Fürst Schwarzenberg mit der Bitte, den Park in seinem Zustand zu erhalten." Dem konnte jedoch "aus finanziellen Gründen" nicht nachgekommen werden.

Tod eines Freundes

Der "gütige Feldmarschall" Lacy, wie ihn der eingangs zitierte Briefeschreiber nennt, war ein wichtiger Mensch im Leben Kaiser Josephs II. Dazu fand Mag. Susanna Michner, Wien 9, "einen Abschiedsbrief", den der Herrscher einen Tag vor seinem Tod am 19. Februar 1790 an Lacy, den "ersten seiner Freunde", diktierte: "Wenn ich in der Welt etwas geworden bin, so danke ich es Ihnen". Weiters erwähnt der Regent dessen Ratschläge und seine unerschütterliche "Anhänglichkeit". Für die Zeitreisende ist es ob "der . . . offenkundigen Wichtigkeit des kaiserlichen Feldmarschalls . . . erstaunlich", dass nur ein unscheinbarer Straßenzug "beim Hernalser Bahnhof" an ihn erinnert: die Lascygasse.