Der Krimi um Richard Klepzig geht weiter! In den Juni-Zeitreisen waren Details zu dem 1860 in Halle/Saale geborenen und zeitweise in Gotha tätigen Architekten präsentiert worden. Spurensucherin DI Eva Baumgartner, Gablitz, konnte Heimatforscher Wolfgang Woelk, Gotha/D, entscheidende Anhaltspunkte zu Klepzigs Zeit in Österreich liefern. Das spornte wiederum Walter Nehonsky, Wien 16, zu Höchstleistungen an. "Im Sterbebuch der Pfarre St. Othmar/Mödling" fand er Klepzigs Eintrag mit Datum 4. Februar 1929 und der (schon von DI Baumgartner eruierten) Mödlinger Adresse Neugasse 23. Klepzig starb an Lungenentzündung und wurde in Maria Enzersdorf begraben.

Reiche Ernte auf US-Reklame für eine Paradeisersorte. - © Bild (Ausschnitt): Courtesy of BHL https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/
Reiche Ernte auf US-Reklame für eine Paradeisersorte. - © Bild (Ausschnitt): Courtesy of BHL https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Spurensucher Nehonsky stöberte auch in "Lehmanns Allgemeinem Wohnungs-Anzeiger" - und stieß auf einen "verdächtig erscheinenden Eintrag". Letztmals im Jahr 1919 tauchten folgende Zeilen auf: "Klepzig L. A., Verlagsbuchhdl., Her. (Herausgeber, Anm.) u. Verleger d. "Anzeiger f. Berg-, Hütten-, Metall- u. Maschinenindustrie d. öst.ung. Monarchie", V. Anzengruberg. 23".

Geschichtsdetektiv Nehonsky hat eine Theorie: "Da Richard Klepzig anscheinend 1918 nach Wien kam", die "Verlagsbuchhandlung letztmalig 1919 aufscheint, . . . auch die räumliche Nähe (R. Klepzig wohnte, wie DI Baumgartner berichtet hatte, zeitweise in der Margaretenstr. 164, 5. Bezirk, Anm.) auffällig ist, so vermute . . . ich, er kam zwecks Abwicklung des Familienunternehmens" nach dem 1. Weltkrieg an die Donau "und blieb im Wiener Umkreis "picken"."

Spurensucher Woelk zeigt sich ob der Hilfsbereitschaft der Gemeine begeistert, zumal er an anderen Stellen schon viel Ablehnung erfahren hat. Seine Suche geht indes weiter: Ein Porträt Klepzigs sowie Bilder etlicher seiner Bauten fehlen noch.

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Die Kartoffelfäule oder Phytophthora infestans stürzte Irland 1846ff in die Große Hungersnot - die Zeitreisen berichteten (Nro. 396). Dass die Pflanzenkrankheit immer noch Probleme macht, notiert Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf: Heute "spritzen die Bauern die Grundbirn krumm und schief, die genetische Basis ist einfach zu schmal, um resistente Sorten herauszuzüchten. Ich glaube, es war in den 1980ern, da hat sich das Gfrast so modifiziert, dass weitere widerliche Variationen von Kraut-, Braun- und Knollenfäule möglich sind . . . Bei uns hier in Kaisersdorf sind es die Paradeiser, die im Spätsommer die Braunfäule bekommen, und spritzen wollen wir nicht. Meine Ehegesponsin hat vor ein paar Jahren auf der Boku (in Wien, Anm.) bei einem Paradeiser-Zuchtprojekt mitgearbeitet, da hat Phytophthora infestans auf dem Versuchsfeld . .. gewütet". Doch es gab auch einen Hoffnungsschimmer: "Zwei Stauden waren resistent: . . . daran müsste weiter gearbeitet werden."

Ausgeklaubt & einsortiert von Andrea Reisner