Frauen beim Sammeln von Blutegeln.  - © Bild: London 1814/NYPL
Frauen beim Sammeln von Blutegeln.  - © Bild: London 1814/NYPL

"Viel Freude" bereitete Elisabeth Somogyi, Wien 12, der Streifzug von Dr. Helmut Zemann, Kaisersdorf, rund um den Naschmarkt der Nachkriegsjahre. U.a. erinnerte sich der Tüftler daran, dass seine Großmutter dort "Karlsbader Oblaten" erwarb. Dazu eine Empfehlung von Geschichtsfreundin Somogyi: "Auf der Rechten Wienzeile . . . gibt es (wieder) ein winziges Geschäft, in dem Oblaten . . . auch vor den Augen des Kunden erzeugt werden."

Das dünne runde Gebäck wird auf "alten Maschinen" hergestellt, ergänzt Herbert Ambrozy, Wien 7, dem zu Dr. Zemanns Beitrag ebenfalls dieses kleine Verkaufslokal einfiel. Der Spurensucher liefert die genaue Adresse: Rechte Wienzeile 25-27.

Beim Fundstück der Nro. 397 um einen Wiedner Blutegelhändler 1847 biss Zeitreisenmedicus Dr. Manfred Kremser, Wien 18, an, der "schon in den 1960ern" Erfahrungen mit dem Ansetzen von Blutegeln bei Patienten sammelte; "Lehrherr" war ein Pionier alternativer Praktiken: sein Vater.

"Heute aber", so Dr. Kremser, "ist in meinem Fachgebiet (Gefäß/Venen) der Einsatz" dieser Tiere "durch effizientere Schulmedizin-Methoden sehr selten . . . Bei Thrombosen würde die alleinige Blutegeltherapie sogar zu den Behandlungsfehlern zählen. Bei oberflächlichen Formen, sog. Thrombophlebitiden (von Krampfadern), gibt es bessere Alternativen. Chronische Abnützungen wie bei Gelenksentzündungen u.ä. sind (nicht auf Krankenkasse) ein sicher lohnenswertes Einsatzgebiet."