Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Dt.-Wagram: Für das "Logo wollten sie die Abkürzung ÖBB. Aber es gab ein Problem". Rudolf Freiler, Kirchschlag/NÖ: "Einspruch kam von der kaum 4km langen Oensingen-Balsthal-Bahn." Der Spurensucher entdeckte sogar ein altes Foto der Schweizer OeBB (s. Abb.).

Eine Lok der Schweizer OeBB (Oensingen-Balsthal-Bahn).  - © Bildertipp: R. Freiler (danke!)
Eine Lok der Schweizer OeBB (Oensingen-Balsthal-Bahn).  - © Bildertipp: R. Freiler (danke!)

Wie Neonussknackerin Mag. Zita Breu, Wien 18, ergänzt, war diese "Bahn im Kanton Solothurn" anno "1899 in Betrieb gegangen".

"Sie ist zwar kurz", so Elisabeth Somogyi, Wien 11, "aber eine wichtige Anbindung für die Industrie in Balsthal an das Schweizer Bahnnetz."

In Österreich musste man auf eine andere Buchstabenkombination ausweichen: BBÖ. Auf die "Verordnung Nr. 182 vom 11. März 1921" bezieht sich Dr. Alfred Komaz, Wien 19: "Gemäß dieser . . . erhielten die Fahrbetriebsmittel das Eigentumsmerkmal B. B. Österreich" (wobei B. B. in der ersten, Österreich in der zweiten Zeile steht, getrennt durch eine horizontale Linie).

Weiters stand im Gesetz, dass "Drucksorten mit der alten Firmenbezeichnung . . . aufgebraucht" werden, "Stempel, Plombierzangen, Übernahms(Markier)hämmer u. dgl." erst ersetzt werden, wenn es notwendig ist.

Die Bezeichnung "Bundesbahnen Österreich" fand übrigens auch Kritiker. So klagte das "Vorarlberger Tagblatt" am 15. Dezember 1921 über diese "Sprachschande". Richtig müsse es heißen: "Bundesbahnen Österreichs".

DI Gerhard Raimann, Alland: "Interessant wäre noch . . ., wann und warum die Minibahn ihren Einspruch gegen die Österreicher aufgegeben hat." Gesandter i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, liefert eine Erklärung: "Bei der Neugründung nach dem 2. Weltkrieg wurde . . . die Abkürzung ÖBB festgelegt, die Schweiz intervenierte nicht mehr und verwendete kurze Zeit später eine andere (gemeinsame) Abkürzung" für die "Schweizer Privatbahnen", nämlich SP. Dazu gehörte auch die Oensingen-Balsthal-Bahn, zu der Werner Ogradnik, Götzis/Vbg., ergänzt, dass sie sich seit "dem Zweiten Weltkrieg . . . OeBB" (statt ÖBB) abkürzt.

Ein für die Österreichischen Bundesbahnen wichtiges Datum nennt Dr. Harald Jilke, Wien 2: "Am 19. Juli 1923 beschloss der Nationalrat auf Vorschlag der Bundesregierung Seipel II das Bundesbahngesetz, mit dem ein eigener Wirtschaftskörper . . . gebildet wurde", und zwar "eine juristische Person öffentlichen Rechts, nicht . . . eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH".

Diktatur nimmt Fahrt auf

Einen Sprung ins Jahr 1933 macht Gerhard Toifl, Wien 17, der erläutert, was die Eisenbahn damit zu tun hatte, dass im Land am 4. März des angegebenen Jahres eine Weiche Richtung Diktatur gestellt wurde: "Der im Nationalrat entstandene Streit darüber", wie auf einen Eisenbahnerstreik reagiert worden war. Dies "führte zu einer Geschäftsordnungskrise, die Bundeskanzler Engelbert Dollfuß dazu nutzte, von der "Selbstausschaltung des Parlaments" zu sprechen und den Wiederzusammentritt des Nationalrats zu verhindern."