Zum Grund, auf dem das Haus Nr. 261 stand, fand die Nussknackerin Querverbindungen zu alten Zeitreisen-Themen: 1699 wurde hier der Schauspieler Gottfried Prehauser ("Salzburger Hanswurst") geboren (vgl. Zeitreisen Nro. 305/Nov. 2011) und "Buchhändler Franz Gräffer" betrieb später an dieser Stelle ein Geschäft (vgl. Nro 280 B/Okt. 2008).

Die "WZ"-Gestalter arbeiteten 1799 in einem Gebäude neben der Michaelerkirche. Sie konnten also auch am heutigen Kohlmarkt 6 (damals Nr. 297) ins Café Milani gehen. Ein paar Schritte weiter bei Nr. 341 (Naglergasse 6), bei Nr. 369 (Am Hof 11) oder an der Adresse "Hohe Brücke 383" (Wipplingerstraße 20) bzw. in Nr. 440 (Kurrentgasse 6) bekam man ebenfalls ein Heißgetränk.

Längere Kaffeepausen brauchten Mitarbeiter unseres Blattes für einen Besuch in Nr. 481 (Marc-Aurel-Straße 3) oder Nr. 529 (Judengasse 14). "Auf ein Eis" konnten sie z.B. ins Café Ducati auf Nr. 517 ("beym rothem Thurm") gehen. Einen Teil des Sortiments an "Gefrornem" nennt Tüftlerin Schlesinger: "Vanille, Ribisl, Himbeere, Weichsel, Erdbeere, Zitrone, Schokolade und Ananas (sic!)".

Ankeruhr statt Mokka

Wo seit 1913 in der "Ankeruhr" historische Figuren defilieren, war einst ein Gebäude, das 1799 ein Kaffeehaus beherbergte. Dieses Café Bellevue befand sich entweder auf Nr. 562 (laut Plan) oder 561 (laut diversen Adressbüchern). Spurensucherin Schlesinger erwähnt, dass "als Betreiberin .. . Kleopha Lechnerin mit der Adressangabe "Am Hohen Markt im Fischhof"" ausgewiesen wurde.

Aus der "WZ" zitiert die Tüftlerin zur Eröffnung 1793: Es spielte die bekannte trefliche Hautboisten-Bande (Oboisten, Anm.) des löbl. zweyten Artillerie-Regiments auf. Die wiederkehrenden Konzerte freuten aber nicht alle. Trotz der "zahlreichen Beschwerden", so die Fährtenleserin, startete "im Frühling 1794 erneut die Konzertsaison". Die Betreiberin eröffnete auch ein "Erfrischungszelt am Hohen Markt" mit Live-Musik und Eis. Rund 10 Jahre später musste sie "infolge eines Streits mit dem Hausherrn" den Fischhof verlassen. Sie eröffnete ein neues Lokal am Lugeck.

Entzückter Mozart

Auch an der heutigen Adresse Tuchlauben 6 befand sich 1799 auf Nr. 603 ein Café. In diesem Haus hatte Mozart nach eigenen Angaben 1781 ein "hüpsches Zimmer" bei seiner späteren Schwiegermutter. Auf dem alten Wien-Plan ist daneben auf Nr. 604 ebenfalls ein "C" verzeichnet. In der Nähe gibt es noch auf Nr. 622, nach anderen Angaben 623, das Café Hö(h)nig (heute Bauernmarkt 14).

Rätselfreundin Schlesinger fand auf dem alten Plan weiters das Café "Zum weißen Ochsen" (Nr. 728, heute Postg. 15); außerdem Coffehäuser auf Nr. 797 (Sonnenfelsg. 2), 971 (Weihburgg. 22), 1006 (Himmelpfortg. 7), 1041 (Kärntner Str. 37), 1109 (Neuer Markt 6) sowie 1165 (Spiegelg. 25) und 1166 (Maysederg. 5).

Zusammenstellung dieser Rubrik: Barbara Ottawa