Wenn der Winter naht, wird es höchste Zeit, sich über die Heizung Gedanken zu machen. Einst bedeutete das meist, für einen ausreichenden Vorrat an Holz zu sorgen - über Jahrhunderte Brennstoff Nummer 1. Berge von größeren Scheitern, die Holzhacker vor den Häusern der Kundschaft in herdgerechte Stücke zerkleinerten, gehörten zum Straßenbild. In den 1820ern berichtete eine Zeitschrift von der ersten Holzverkleinerungs-Maschine in Wien, durch die das lästige Spalten auf der Gasse überflüssig werden sollte.

Als die hier wiedergegebene Annonce am 11. November 1868 in der "WZ" erschien, machten in der Donaumetropole schon mindestens zwei solcher Anstalten gutes Geld. Neben dem hier genannten Unternehmen in Margareten gab es auch eines am Schüttel (Leopoldstadt), geführt von Mori(t)z Hirschl. Dieser Holzhändler hatte sich im Winter 1867/68 vertraglich große Teile des Wienerwaldes zur Rodung gesichert. Der Staat war damals dabei, seine maroden Finanzen aufzubessern, indem er Eigentum veräußerte. Auch aus dem von der k.k. Finanzlandesdirektion für Niederösterreich verwalteten Waldgürtel um Wien wollte man raschen Profit schlagen.

Dagegen lief Joseph Schöffel (1832-1910), später bekannt als "Retter des Wienerwaldes", per Pressekampagne Sturm. Mit Erfolg: Hirschls Vertrag wurde für null und nichtig erklärt, der Wienerwald nicht verheizt.