Enlightenment, also wörtlich Erleuchtung, heißt im Englischen die Epoche der Aufklärung. Was liegt also näher, als sich Geistesgeschichte im Lichte der Entwicklung künstlicher Beleuchtungskörper anzusehen? Ein Meilenstein auf diesem Gebiet war eine in den 1780ern vom Schweizer Erfinder Ami Argand entwickelte Öllampe, bei deren hellem Schein man auch nach Einbruch der Dunkelheit noch lesen konnte. Im flackernden Zwielicht einer Kerze oder einer sogenannten Talgfunzel, wie sie bis dahin verwendet wurden, war dies kaum möglich gewesen. Als Mitte des 19. Jahrhunderts durch Erdölbohrungen in den USA auch hierzulande günstiges Petroleum zu haben war, hielten Lampen, die mit diesem Brennstoff betrieben wurden, Einzug in den privaten Raum.

- © WZ-Faksimile: Moritz Szalapek
© WZ-Faksimile: Moritz Szalapek

Das Petroleum hielt sich lange, auch neben der jüngeren Gasbeleuchtung. Die links wiedergegebene Annonce erschien in der "Wiener Zeitung" vom 15. Jänner 1893. "Kreideweiß, ruhiges, großes Licht", versprach die Lampe, benannt nach Elektra (dt. "die Strahlende"), Tochter des Agamemnon und der Klytämnestra.

Eine dunkle Seite hatte diese Lichtquelle jedoch auch: die Feuergefahr. In der "WZ" fanden sich einst häufig Berichte von Bränden, ausgelöst durch Missgeschicke. In der Ausgabe vom 15. Februar 1893 liest man etwa von Marie Braciellova, Köchin in einem Kaffeehaus auf dem Neuen Markt. Sie stieß ein Petroleumlicht um, "ihre Kleider fingen Feuer, und das Mädchen erlitt Brandwunden im Gesichte und an den beiden Armen."