Wer hätte geahnt, dass eine Kreuzfahrerin gleich zwei Tüftler zum Reimen bringen kann. Ehe die Verseschmiede (Chapeau!) vor den Vorhang gebeten werden, einige grundlegende Antworten zur Kartennuss der Nro. 397. Gesucht war eine Frau, die 1101 bewaffnet nach Osten pilgerte.

Ihren Namen liefert Johann Tischer, Muckendorf/Donau: It(h)a oder "Ida von Österreich, Witwe des Markgrafen" Leopold II. von Österreich.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass in der Juli-Ausgabe dem Babenberger zu viel der Ehre zuteil wurde. Irrtümlich war er im Text zum Herzog erhoben worden. Danke an Gesandten i.R. Dr. Josef Litschauer, Wien 10, für den Hinweis!

Idealporträts : Thiemo auf Glasfenster in Wien Liesing; Ida auf Babenberger-Stammbaum.  - © Bilder: gemeinfrei
Idealporträts : Thiemo auf Glasfenster in Wien Liesing; Ida auf Babenberger-Stammbaum.  - © Bilder: gemeinfrei

Manfred Höbart, Wien 15, notiert: Ida war die Mutter Leopolds III., ab 1485 "der Heilige", dem der 15. November gewidmet ist.

Sie nahm am Kreuzzug von 1101 teil, der historisch zwischen dem Ersten Kreuzzug (1096-1099) und dem Zweiten (1147-1149) gereiht wird. Die Gründe für ihre Teilnahme "liegen im Dunkeln", so Mag. Luise & Ing. Konrad Gerstendorfer, Dt.- Wagram. "Es könnte der Wunsch nach einer Pilgerfahrt gewesen sein". Oder sie wollte "das Kreuz . .. nehmen", also aus christlicher Sicht das "Heilige Land" vor muslimischer Bedrohung schützen. Laut anderen Quellen wollte sie "Heinrich von Schwarzenburg . . . nachreisen". Dieser Kreuzfahrer soll ihr Sohn aus erster Ehe gewesen sein.

Wie Herbert Beer, Wolfpassing, recherchierte, ist Idas "familiäre Herkunft .. . unsicher", ebenso ihr Geburtsdatum (vermutlich um 1055). In der "1463 vollendeten "Cronica Austriae"" wird sie fälschlicherweise "als Tochter des römischen Kaisers Heinrich III." ausgewiesen. Spätere Historiker ordneten sie den "Grafen von Formbach" zu, andere "dem Geschlecht der Rapotonen". Zusätzliche Verwirrung stiftet der Umstand, dass eine ihrer Töchter ebenfalls Ida hieß.

Zur Quellenlage für diese Ära hält Brigitte Schlesinger, Wien 12, fest: Man "ist auf teils prahlerische Zeitzeugen angewiesen oder auf Chronisten, die viel, viel später gelebt haben". Ihre Berichte wurden dann nach dem Prinzip "Stille Post" überliefert. Fest steht, dass Ida "früh Witwe" wurde, "denn Leopold II. starb bereits 1095". Sechs Jahre später schloss Ida "sich einem kleinen Kreuzfahrerhaufen an." Einige Chronisten der Zeit behaupten, sie hätte eigene Truppen befehligt.

Apropos Quellen: Zur Rolle von Frauen in Kreuzzügen liegen wenige Forschungen vor. Es finden sich jedoch viele Recherchen historisch Engagierter, u.a. im Internet.