In dieser Ausgabe gilt es nicht nur, der Gemeine ein herzliches "Prosit 2020!" zuzurufen und voller Elan den neuen Jahrgang anzugehen, sondern auch Abschied zu nehmen: Mit Folge 15 der Fortsetzungsgeschichte(n), in der Printausgabe dieser Nummer auf S. II, endet der Besuch, den der preußische Schriftsteller Friedrich Nicolai (1733- 1811) anno 1781 der Donaumetropole abstattete.

Prosit! Friedrich Nicolai brachte nicht nur den Alkoholkonsum in Wien aufs Tapet.  - © Druckgrafik (Detail): wohl 18. Jh./public domain
Prosit! Friedrich Nicolai brachte nicht nur den Alkoholkonsum in Wien aufs Tapet.  - © Druckgrafik (Detail): wohl 18. Jh./public domain

Die von der Zeitreisenredaktion aus dem 1783ff in mehreren Bänden erschienenen Reisebericht ausgewählten Wien-Passagen enthielten viel Informatives, z.B. zur Straßenreinigung (Folge 2) oder zu Trinkgewohnheiten (Folge 12).

Oft genug hatten es die Schilderungen in sich. Mit klaren Worten prangerte der Aufklärer und Anhänger Josephs II. Missstände an, etwa militärischen Drill bei Kindern, v.a. im Waisenhaus (Folgen 8 & 9), die Abschiebung von Bettlern (Folge 6), Polizeigewalt (Folgen 5 & 6) oder mangelhafte Versorgung in Spitälern (Folge 7). Von Nicolais kritischer Berichterstattung können sich Journalistinnen und Journalisten jeder Epoche eine Scheibe abschneiden.

Apropos Zeitungswesen: In der nun erscheinenden letzten Folge nimmt der Berliner, seines Zeichens selbst Herausgeber eines Periodikums, die Presselandschaft der Residenzstadt unter die Lupe. Als führendes Blatt wird die "Wiener Zeitung" genannt und mit den Worten "ziemlich gut geschrieben" und "reichhaltig" gelobt. Wir verneigen uns und sagen mit einem lachenden und einem weinenden Auge adieu. Im Februar wird es neue Fortsetzungsgeschichte(n) geben - mehr sei aber noch nicht verraten!

Depeschen

Weihnachts- und Neujahrsschreiben aus der Gemeine füllten wochenlang den Postkorb des Geschichtsfeuilletons - das Team dankt nochmals sehr herzlich und entschuldigt sich, aus Zeitnot nicht jedes Schreiben beantworten zu können! Stellvertretend seien Christine Sigmund, Wien 23, sowie Brigitta & Gerhard Toifl, Wien 17, genannt. - Ein Billett mit Strudlhofstiegen- Motiv von Prof. Dr. Monika Rath, Wien 7, machte große Freude! - Ebenso die köstlichen Reminiszenzen auf Nro. 402 von Dr. Brigitte & Dr. Gottfried Pixner, Wien 13; danke!

Die Ausgabe, die Sie in Händen halten, wurde wegen der Feiertage vorproduziert. Wir bitten um Nachsicht, dass die aktuellste Post (noch) nicht eingearbeitet werden konnte.

TIPP für Freunde des 16. Hiebs: Kalender für 2020 zum Thema Ottakring mit Tuschepinselzeichnungen von Ingrid Schwarz und Haiku von Dr. Hans Werner Sokop (z.B. zum Wilhelminenberg: "Otto Koenigs Reich. / Unsrer Vogelwelt Pflege / dürft ihr nie drosseln.") sind unter Tel. 0699 12 59 59 57 erhältlich.

Spezial-Gruß an Brigitte Schlesinger, Wien 12, die vom streikenden PC und bangen Momenten ("Alles weg??") berichtete, letztlich aber aufatmete ("Ende gut, alles gut!"). Das Zeitreisenteam kann, wohl ebenso wie die Gemeine, auch ein Lied davon singen!